Sonntag, 22. Februar 2009

Viel Lärm um nichts?

Die Erhöhung der Hartz IV Sätze sei "ein Anschub für die Tabak und Spirituosenindustrie", soll er gesagt haben, der Mißfelder - Wie viele andere, habe auch ich das vernommen und mich kurz gefragt ob ich dazu etwas schreiben soll, was ich dann aber vorerst bleiben ließ. An derartige Dumpfbacken ist im Grunde jedes Wort verschwendet. Und Mißfelder hat ja auch nichts gesagt, das man von ihm nicht hätte erwarten dürfen. Im Gegenteil, verglichen mit dem was er vor sechs Jahren von sich gegeben hat, war diese Äußerung geradezu harmlos. Und warum sollte man von einem Vertreter der eher als "rechts" angesehenen CDU mehr erwarten, als von Mitgliedern der angeblich "linken" SPD, wie etwa Wolfgang Clement oder Thilo Sarrazin?

Andere haben das anders gesehen und so wurde der "Fall Mißfelder" schnell zum beherrschenden (blog-)Thema der letzten Tage. Dabei ist nicht eigentlich Mißfelder das Problem, der sagt einfach nur was er denkt (oder was er für Denken hält) und was eine nicht gerade geringe Zahl unserer geschätzten Mitbürger offenbar ebenfalls unter "vernünftigem" Denken versteht. Das zeigt sich an dem Beifall, der seinen Worten - insbesondere nach dem er sie "relativiert" hat - inzwischen gezollt wird.

Anzumerken ist hier, dass Mißfelder eigentlich gar nichts relativiert, sondern einfach das Thema gewechselt hat. Plötzlich ging es gar nicht mehr um den Tabak- und Zigarettenkonsum von ALG2 Empfängern (der ihn, mit Verlaub, ohnehin einen Scheißdreck angeht), sondern um die armen, unschuldigen Kinder des gesellschaftlichen Abschaums:
Mißfelder relativierte am Freitag seine Äußerungen:
"Es geht nicht um eine Herabsetzung von Hartz-IV-Empfängern, die häufig unverschuldet in ihre Lebenssituation geraten sind", sagte Mißfelder der Nachrichtenagentur AP. "Mir geht es darum, dass das Geld bei den Kindern ankommt. Und da habe ich große Zweifel, ob die Unterstützung zielgenau ist", sagte Mißfelder.
Okay - er sagt nicht "Abschaum", sondern spricht von "armen und manchmal auch überforderten Menschen", insofern relativiert er seine Aussage doch. Und "armen und manchmal auch überforderten Menschen" hilft man offenbar am Besten, indem man sie schrittweise entmündigt:
Mißfelder: [in BILD] Dieser Missbrauch wird ja nicht von bösen, sondern von armen und manchmal auch überforderten Menschen betrieben. Denen muss man helfen. Ich bin dafür, Gutscheine zur Verfügung zu stellen, z. B. zur Finanzierung der Schulspeisung, von Nachhilfeunterricht und für Sport. Bisher ist es ja in Missbrauchsfällen so, dass die Kinder ohne Frühstück in die Schule oder in den Kindergarten kommen und das Jugendamt sagt: Da können wir leider nichts machen. Da kann man was machen!
Das brachte nicht nur Applaus von den Bildzeitungsvorzeigemoralaposteln Hahne und Lambeck, sondern auch - man glaubt es kaum - von einem eher obskuren Verein, der sich "Deutsche Kinderhilfe e.V." nennt:
"Es ist gut, dass eine solche Aussage gemacht wird, damit eine Debatte angeregt wird", sagte ihr Vorsitzender Georg Ehrmann der Nachrichtenagentur AP. Tatsächlich gehe nach Beobachtungen der Kinderhilfe die "beinahe schon reflexartige" Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze "genau in die falsche Richtung". So sei insbesondere im Hartz-IV-Milieu ein besonders hoher Anstieg des Verkaufs elektronischer Medien zu beobachten, sagte Ehrmann. [FTD]
Ja, klar kann man da "was machen" Herr Mißfelder! - aber wenn schon, dann doch bitte konsequent. Immerhin dürfte es auch reichlich Kinder von Nicht-ALG2-Abhängigen geben, von Leuten also, die irgendeinem Job nachgehen und der Gesellschaft "nicht auf der Tasche liegen". Wenn also das eigentliche Problem dieses ist: dass das Geld (egal aus welcher Quelle es sprudelt), den Kindern nicht zugute kommt, dann plädiere ich dringend dafür, alle Kinder beim Betreten der Schulen künftig daraufhin zu kontrollieren, ob sie auch ein "ordentliches Frühstück" dabei haben oder etwa übergewichtig daherkommen. Eltern von Kindern die mehr als einmal ohne ordnungsgemäß zubereitetes Frühstückspaket oder nur mit einer Kinder-Milchschnitte versehen ihre Bildungsstätte aufsuchen, ist zum Wohle ihrer Nachkommenschaft fortan ein Teil ihrer Einkünfte - und zwar ganz abgesehen von der Frage, ob diese aus ALG2 oder Erwerbseinkommen stammen - in Gutscheinen auszuhändigen. Für die Eltern übergewichtiger Kinder gilt das gleiche; was als Übergewicht anzusehen ist, bemisst sich dabei nach dem je aktuellen Sozialhilfebedarf deutscher Banken und in Deutschland ansässiger, von der Pleite bedrohter Großunternehmen.

Man sieht: das Problem sind nicht die einzelnen Dumpfbacken wie Mißfelder, Thilo Sarrazin, Wolfgang Clement, Gottfried Ludewig, Roman Herzog, Franz Müntefering, Heinrich Alt usw usf. Das Problem ist der Un-Geist der sie und all die, die ähnlich "denken" wie sie selbst, beherrscht und den sie selbst als den schlechthin "guten Geist" oder "Geist der Guten" verehren. Und es ist eben dieser Ungeist, dem sich Hartz IV verdankt, als die "unterste Schublade der Gesellschaft, in der man mit Fug und Recht nichts als Abschaum vermuten darf.

Hartz IV erlaubt es der braven Mittelschicht, eine Auszeit zu nehmen von jeglicher Form differenzierten oder differenzierenden Denkens. Hartz IV das ist gleichbedeutend mit Faulheit, Laster und Schmarotzertum; mit Alkoholismus, Kettenrauchen und Flachbildschirmen. Obwohl die Zusammensetzung der Menschengruppe, die man in dieser untersten Schublade abgelegt hat, nicht weniger heterogen ist als die der übrigen Gesellschaft und obwohl die einzige Gemeinsamkeit, die tatsächlich alle ALG2 Empfänger teilen, eben die ist, dass sie über kein oder kein ausreichendes Erwerbseinkommen verfügen und die einzige Gemeinsamkeit der Übrigen, dass sie kein ALG2 beziehen, werden alle anderen Differenzierungen gegenstandslos, sobald jemand länger als ein Jahr arbeitslos seiend in dieser Schublade verschwindet. Da helfen weder Facharbeiterbriefe, noch Diplome, noch Dissertationen: ALG2- Bezug: das ist die eine große Diskriminierung, die in sich keiner weiteren Diskriminierungen (Unterscheidungen) bedarf; der große Wurf, der es erlaubt alle sozialen Probleme ggf. zu einem einzigen zu verschmelzen: gibt es ein soziales Problem, dann wird man es ganz sicher auch (!) in der Hartz IV Klientel finden, auf die es sich sodann beschränken und zu guter letzt totalisieren lässt, nach dem Muster:
  • : "Es gibt vernachlässigte Kinder."
  • -> "Es gibt vernachlässigte Kinder in "Hartz-IV-Familien."
  • -> "Nur in Hartz-IV-Familien gibt es vernachlässigte Kinder."
  • => "Kinder in Hartz-IV-Familen werden grundsätzlich vernachlässigt."
Je nach Bedarf können die "vernachlässigten Kinder" ggf. durch "Alkoholiker", "Kettenraucher", "Simulanten", "Flachbildschirm-Fetischisten", "Arbeitsscheue" usw. zu ersetzt werden. Die Formel stimmt immer.

Und damit ist klar: wer keine sozialen Probleme hat oder verursacht, der hat auch Arbeit und braucht kein ALG2. Und umgekehrt gilt, dass der arbeitslose ALG2-Empfänger nicht die Folge, sondern der Verursacher der sozialen Misere schlechthin ist. Sicherlich, es gibt Ausnahmen, das wird gemeinhin nicht in Abrede gestellt, aber diese Ausnahmen bestätigen - einmal mehr - nur die Regel, denn mehrheitlich - das steht fest - trifft es doch bloß diejenigen, die nichts besseres verdient haben, weil sie (sich) eben nichts "verdienen". Und "wer nicht arbeitet, braucht nichts essen." (Franz Müntefering 2006).

Was dabei offenbar vergessen gemacht werden soll: dieser Sumpf wurde von eben denen, die jetzt bei jeder sich bietenden Gelegenheit lauthals die Verhältnisse, die dort (angeblich) herrschen, beklagen im Wesentlichen einmütig und mit Bedacht angelegt, von jenen "Vertretern und Anwälten der Mitte" also, die sich - zunehmend zu Unrecht - "Volksvertreter" nennen und die in gelegentlich wechselnder Konstellation seit 60 Jahren dieses Land regieren; und dieser Sumpf wird unverdrossen und stetig weiter mit Schlamm befüllt von deren Helfershelfern, den unbeugsamen Verteidigern der privilegierten Meinungsfreiheit, die diese ihre freie Meinung Tag für Tag in Presse, Funk und Fernsehen tapfer als die herrschende durchzusetzen trachten. Phillipp Mißfelders jüngste Äußerung ist nur ein weiterer Misston in der Kakophonie laut quakend ihren Pfuhl verteidigender Frösche, und gäbe es nicht bereits Zeitgenossen wie Mißfelder und Konsorten, man würde sie wohl erfinden müssen.



10 Kommentare:

Anonym,  23. Februar 2009 um 12:26  

Herr Missfelder geniesst meine vollste Zustimmung. Dass ganz besondere "Experten" auf den Plan treten und lauthals schreien: "der soll sich gefälligst entschuldigen" weil sie unbequeme Wahrheiten nicht vertragen können, ist natürlich absolut nichts Neues.

Umso mehr Respekt vor Herrn Missfelder, der eben gerade nicht zurück rudert und sich für gesagtes entschuldigt. Für die Nennung von Tatsachen hat sich nämlich nicht entschuldigt zu werden.

Allerdings sollte Herr Missfelder auch gleich mal der kollegin von der Leyen auf die Füsse treten. Diese zeichnet nämlich gerade für kommende, noch viel katastrophalere Umstände verantwortlich, indem sie die Leute für´s Fixxen mit dadurch erzeugten Nachwuchs, fürstlich bezahlt. Die Folge ist, dass notorisch faule Leistungsverweigerer noch mehr Kinder in die Welt setzen, aus denen dann auch wieder nüscht wird.

Anonym,  23. Februar 2009 um 14:35  

Es ist traurig, welch eindimensionales Weltbild Leute wie vom ersten Kommentar hier haben, aber mit etwas anderem wären sie sicherlich geistig überfordert. Vielleicht sollten wir sie ja bedauern, dass sie ihre Kenntnisse aus Nachmittags-Talkshows und der BILD beziehen? Leute wie diese sind schließlich aus dem gleichen Material mit deren Beschreibung sie gern Arbeitslose diffamieren. Der einzige Unterschied ist, dass sie in ihrem Leben mehr Glück als Verstand hatten und sich deshalb für etwas Besseres halten. Letztlich schließen sie aber nur von sich selbst auf andere.

Die versteckte Forderung, ALG2-Empfänger dürften keine Kinder bekommen ist übrigens nicht mehr weit von Behinderten-Euthanasie entfernt. Ich hatte gehofft, diese Tage lägen hinter uns. Dir Deutschland mein Beileid.

Anonym,  23. Februar 2009 um 17:28  

Zitat:

"Es ist traurig, welch eindimensionales Weltbild Leute wie vom ersten Kommentar hier haben, aber mit etwas anderem wären sie sicherlich geistig überfordert."

Zitat Ende.

Ja..... da haben Sie sicher Recht.
Leute wie ich halten sich natürlich stets an "eindimensionale Weltbilder" und zwar der Gestalt, dass sie für das Tun oder Unterlassen Dritter lediglich die Verantwortung zu tragen- und dafür gerade zu stehen und zu zahlen haben - ansonsten aber bitte schön "die Klappe" zu halten hätte - richtig!?

Zitat:

"Der einzige Unterschied ist, dass sie in ihrem Leben mehr Glück als Verstand hatten und sich deshalb für etwas Besseres halten."

Zitat Ende.

Glück?
Sie meinen also das Fleiss und Eigenverantwortung etwas mit Glück zu tun hätte!?
Na dann müssen Sie aber noch viel dazu lernen und ja - ich "halte" mich nicht nur für "was Besseres" - ich BIN "was Besseres", weil ich für mein Tun und Lassen nämlich selbst die Verantwortung übernehme und für meinen Lebensunterhalt ebenfalls selbst sorge trage.

Zitat:

"Die versteckte Forderung, ALG2-Empfänger dürften keine Kinder bekommen ist übrigens nicht mehr weit von Behinderten-Euthanasie entfernt. Ich hatte gehofft, diese Tage lägen hinter uns."

Zitat Ende.

Sicher!
es lässt sich natürlich um Längen besser an, wenn Hinz und Kunz - vollkommen ungeachtet ALLEM - Kinder in die Welt setzen.
Führerscheine und Qualifikationsnachweise brauchen wir natürlich nur für jede Kleinigkeit - nicht aber für die verantwortungsvollste Aufgabe, die ein Mensch ÜBERHAUPT übernehmen kann - nämlich die Verantwortung für sein eigen Fleisch und Blut.
Sicher macht es Ihnen auch überhaupt nichts aus, wenn Kinder verwahrlosen, von ihren missratenen Eltern halb tot geprügelt werden, zum Sterben per Nahrungsentzug in ihrem Kinderzimmer eingeschlossen werden - oder wenn Kindsleichen in der Abfalltonne eines Supermarktes aufgefunden werden. HAUPTSACHE, JEDE FLITZPIEPE DARF KINDER IN DIE WELT SETZEN - RICHTIG!?


Zitat:

"Dir Deutschland mein Beileid."

Zitat Ende.

Ja.....Sie mich auch.

epikur 23. Februar 2009 um 18:57  

Armer Roger, da hat sich wohl wieder ein "Missfelder-ich-verachte-alle-finanziell-schwächere-Menschen" Menschlein in dein Blog verirrt ;)

Was soll man da inhaltlich noch groß entgegnen? Wer die Begriffe "notorisch faule Leistungsverweigerer" zur Beschimpfung von Millionen Menschen in Deutschland benutzt und es eine "Tatsache" nennt, dass diese Millionen ja alle nur saufen und rauchen, ist menschenverachtend bis ins Mark.

Ich empfehle Kommentator Nr.1 ein pädagogisch-soziales Jahr in einer deutschen Pflegeeinrichtung. Vielleicht hilfts ;)

Anonym,  23. Februar 2009 um 23:08  

Zitat:

"Was soll man da inhaltlich noch groß entgegnen?"

Zitat Ende.

Am Besten wäre gewesen, sich mal geschlossen zu halten.
Einfach mal dazu lernen - aber damit ist der Grossteil der gemeinen Deutschen leider weit überfordert.

Zitat:

"Wer die Begriffe "notorisch faule Leistungsverweigerer" zur Beschimpfung von Millionen Menschen in Deutschland benutzt und es eine "Tatsache" nennt, dass diese Millionen ja alle nur saufen und rauchen, ist menschenverachtend bis ins Mark. "

Zitat Ende.

Wie ich schon schrieb: einfach mal "den Rand halten" wäre sicher besser gewesen, doch statt dessen entblödet man sich lieber und macht aus einer klar differenzierten Aussage- eine Allgemeingültige.
Es "empört" sich ja auch zu schön über sowas - richtig!? Auch wenn man den Tasachen dazu etwas "auf die Sprünge helfen" muss.

So sind sich "die Empörten" grundsätzlich nicht zu schade, aus klar differenzierten "notorisch faulen Leistungsverweigerern", kurzer Hand "ALLE ARBEITSLOSEN" zu machen. Als wenn es mit solchen und ähnlichen Tatsachenverdrehung nicht schon genug der dummen Frechheit wäre, lastet man diese eigens vorgenommene "Erweiterung" dann auch noch dem Gegenüber an und tut so, als ob diese Aussage vom Gegenüber stammen würde.

So ist er halt, der gemeine "Empört spieldende".
Fehlt es an Argumentation, muss man sich halt etwas anderes einfallen lassen.
Hauptsache man kann den "Entrüsteten" und "Empörten" mimen und immer schön, seit Jahrzehnten klar auf der Hand liegende Fakten ignorieren und Missstände jeglicher Art "schön reden".
Armseliger geht´s wohl kaum noch.

Zitat:

"Ich empfehle Kommentator Nr.1 ein pädagogisch-soziales Jahr in einer deutschen Pflegeeinrichtung."

Zitat Ende.

Und Ihnen empfehe ich: werden Sie selbstständiger Unternehmer, damit Sie mal lernen, was Eigenverantwortung, Risiko und Verantwortung bedeutet. Dann lernen Sie auch gleich, wo grossteile der Gelder für "Pflegeeinrichtungen" herkommen.

Kurt aka Roger Beathacker 23. Februar 2009 um 23:19  

"Was soll man da inhaltlich noch groß entgegnen?"

Was schon? Nichts. Man findet ja nicht alle Tage jemanden, der einem das, was man sich darzulegen bemueht hat, so vortrefflich bestaetigt.

Eigentlich koennte ich meinen Beitrag jetzt loeschen und die Kommentare fuer sich sprechen lassen.

;-)

Anonym,  24. Februar 2009 um 01:16  

Zitat:

"Was schon? Nichts. Man findet ja nicht alle Tage jemanden, der einem das, was man sich darzulegen bemueht hat, so vortrefflich bestaetigt."

Zitat Ende.

Stimmt.
Was man hingegen "alle Tage" findet, ist küstliche Entrüstung, wenn andere Tatsachen auf den Tisch legen und "das Kind mal beim Namen nennen".

Zitat:

"Plötzlich ging es gar nicht mehr um den Tabak- und Zigarettenkonsum von ALG2 Empfängern (der ihn, mit Verlaub, ohnehin einen Scheißdreck angeht)."

Zitat Ende.

Das geht ihn und die öffentliche Hand alles andere, als nur einen Scheißdreck an, wenn der Steuerzahler dafür aufzukommen hat und unter der Sucht Erwachsener, Kinder und Jugendliche leiden.

Zitat:

"Okay - er sagt nicht "Abschaum", sondern spricht von "armen und manchmal auch überforderten Menschen", insofern relativiert er seine Aussage doch. Und "armen und manchmal auch überforderten Menschen" hilft man offenbar am Besten, indem man sie schrittweise entmündigt."

Zitat Ende.

Mehr als 2 Millionen Kinder leiden- und wachsen unter Alkoholismus ihrer Eltern auf. Diese Eltern waren weder in der Lage, die mündige Verantwortung für sich selbst- geschweige denn für ihre Kinder zu übernehmen. Fazit: die Allgemeinheit darf dafür aufkommen und soll diesen Leuten ihrer freien Meinung nach wohl auch noch ihren Lenz und deren Suff finanzieren. Nicht das die Zustände in solchen Haushalten schon schlimm genug wären, so sind sie offensichtlich der wirren Auffassung, dass solche Leute auch noch mit höheren Sozialeinkünften zu "belohnen" wären, anstatt eine lange überfällige Entmündigung und Entzug der Kinder anzuordnen.

"Sie "saufen" sich die Welt offensichtlich selbst, wie sie Ihnen gefällt" - wenn Sie den Tatsachengehalt und den Sinn der offenen, mahnenden Worte eines Herrn Missfelder nicht begreifen.

Zitat:

"Ja, klar kann man da "was machen" Herr Mißfelder! - aber wenn schon, dann doch bitte konsequent. Immerhin dürfte es auch reichlich Kinder von Nicht-ALG2-Abhängigen geben, von Leuten also, die irgendeinem Job nachgehen und der Gesellschaft "nicht auf der Tasche liegen"."

Zitat Ende.

Auch dies ist eine der beliebtesten Varianten der Tatsachenignoranz, indem man - weg vom eigentlichen Thema - mit dem Finger auf "andere" zeigt und verkündet: "die anderen machen aber das und das".

Die so genannten "Anderen" sind gar nicht Thema, sondern ausschliesslich jene, die auf grund von Suff ihre Kinder vernachlässigen und verwahrlosen lassen - und nicht jene Übergewichtige, die in geordneten Verhältnissen leben und ein Schulgebäude wenigstens ÜBERHAUPT aufsuchen!

Zitat:

"Das Problem ist der Un-Geist der sie und all die, die ähnlich "denken" wie sie selbst, beherrscht und den sie selbst als den schlechthin "guten Geist" oder "Geist der Guten" verehren. Und es ist eben dieser Ungeist, dem sich Hartz IV verdankt, als die "unterste Schublade der Gesellschaft, in der man mit Fug und Recht nichts als Abschaum vermuten darf."

Zitat Ende.

Nö.
Das Problem sind Ignoranten wie Sie, die ausser polemischen Gefasels, nicht eines einzigen vernünftigen Argumentes fähig sind.

Zitat:

"...der große Wurf, der es erlaubt alle sozialen Probleme ggf. zu einem einzigen zu verschmelzen.

Zitat Ende.

Allein Leute wie Sie sind es, welche dieser "Verschmelzung" Vorschub leisten, da es genau Leute WIE SIE sind, die alles in einen Topf schmeissen und dann kräftig umrühren - und nicht Leute wie Herr Missfelder, der lediglich die Aussage getroffen hat, dass eine Erhöhung der Hartz4-Bezüge der Tabak und Alkoholindustrie vorschub leisten wird, ohne diese Aussage allgemeingültig, auf sämtliche Hartz4 Empfänger bezogen getätigt zu haben.

Exakt Ignoranten wie sie sind es, welche stets zu polemisieren und zu polarisieren versuchen und sich dabei auch noch "gesondert schlau" vorkommen. Sie merken dass in ihrer krankhaften Veranlagung, die Schuld für was auch immer, stets bei anderen zu suchen, bloss schon gar nicht mehr, wie Sie an dem nun Folgendem, wieder einmal mehr, eindeutig erkennen können:


Zitat:

": "Es gibt vernachlässigte Kinder."
-> "Es gibt vernachlässigte Kinder in "Hartz-IV-Familien."
-> "Nur in Hartz-IV-Familien gibt es vernachlässigte Kinder."
=> "Kinder in Hartz-IV-Familen werden grundsätzlich vernachlässigt."

Zitat Ende.

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass ein solcher Schwachsinn ausschliesslich von Leuten wie Ihnen in die Welt gesetzt wird?

Zitat:

"Und umgekehrt gilt, dass der arbeitslose ALG2-Empfänger nicht die Folge, sondern der Verursacher der sozialen Misere schlechthin ist."

Zitat Ende.

Polemik, Polemik und nichts als Polemik. Das ist offenbar das Einzige, wozu ihr Klienteel in der Lage ist.

Zitat:

"- trifft es doch bloß diejenigen, die nichts besseres verdient haben, weil sie (sich) eben nichts "verdienen". Und "wer nicht arbeitet, braucht nichts essen." (Franz Müntefering 2006)."

Zitat Ende.

Wer über Jahre nicht bereit ist, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten, der muss zusehen, wo er etwas zu Essen herbekommt. So würde ich das mal formulieren. Mal ganz davon ab, dass Müntefering ohnenhin nicht alle Latten am Zaun hat.

Es kann nicht sein, dass die einen ihr Leben lang nur "LEISTEN" - und die anderen, durchaus arbeitsfähigen Zeitgenossen, ihr Leben lang nur "NEHMEN".

Wer Leistungen beziehen will, der hat dafür gefälligst auch Leistung zu erbringen. Jemand der sein Leben lang "geackert" hat und seinen Beitrag zur Sozialstuktur geleistet hat, steht jegliches Recht auf Hilfe zu. Nicht aber notorischen Nassauern.

Zitat:

"Was dabei offenbar vergessen gemacht werden soll: dieser Sumpf wurde von eben denen, die jetzt bei jeder sich bietenden Gelegenheit lauthals die Verhältnisse, die dort (angeblich) herrschen, beklagen im Wesentlichen einmütig und mit Bedacht angelegt, von jenen "Vertretern und Anwälten der Mitte" also, die sich - zunehmend zu Unrecht - "Volksvertreter" nennen und die in gelegentlich wechselnder Konstellation seit 60 Jahren dieses Land regieren;"

Zitat Ende.

Und kaum dass der Staat Hartz4 einführt oder Kürzungen der Sozialleistungen in Betracht zieht, um Teile der arbeitende Bevölkerung nicht schlechter zu stellen, als jeden Hartz4-Empfänger, gehen auch schon die "Autonomen" auf die Strasse und protestieren lauthals, "was für eine Schweinerei" das doch wäre.

Das verleiht der Scheinheiligkeit doch gleich einen "ganz neuen Glanz"!

Kurt aka Roger Beathacker 24. Februar 2009 um 03:26  

"Das geht ihn und die öffentliche Hand alles andere, als nur einen Scheißdreck an, wenn der Steuerzahler dafür aufzukommen hat und unter der Sucht Erwachsener, Kinder und Jugendliche leiden."

Eine ziemlich hoch besteuerte Sucht uebrigens.

"Mehr als 2 Millionen Kinder leiden- und wachsen unter Alkoholismus ihrer Eltern auf. Diese Eltern waren weder in der Lage, die mündige Verantwortung für sich selbst- geschweige denn für ihre Kinder zu übernehmen."

Ohne diese Aussage jetzt einer genaueren Pruefung zu unterwerfen: das waere ein Tatbestand. Dass es aber grob geschaetzt 5 Milionen (eher mehr) ALG2 Bezieher in diesem Land gibt ist ein anderer Tatbestand. Diese beiden Tatbestaende ueberlappen sich, etwas anderes waere auch nicht anzunehmen, aber sie decken sich nicht.

"Die so genannten "Anderen" sind gar nicht Thema, sondern ausschliesslich jene, die auf grund von Suff ihre Kinder vernachlässigen und verwahrlosen lassen"

Und natuerlich sind das ausschliesslich Hartz IV Empfaenger - und zwar alle, weshalb man eben auch an alle kuenftig Gutscheine auszugeben hat?

"die ausser polemischen Gefasels, nicht eines einzigen vernünftigen Argumentes fähig sind."

Erst denken, dann schreiben: so wie Sie Ihren Satz bauen, waere das "polemische Gefasel" eine Untermenge des "vernuenftigen Arguments".

"Leute wie Herr Missfelder, der lediglich die Aussage getroffen hat, dass eine Erhöhung der Hartz4-Bezüge der Tabak und Alkoholindustrie vorschub leisten wird, ohne diese Aussage allgemeingültig, auf sämtliche Hartz4 Empfänger bezogen getätigt zu haben."

Mit Verlaub, er muss hier - das legt die Geringfuegigkeit der Erhoehungen nahe - schon einen ganz erheblichen Teil der ALG2 Empfaenger meinen, da die Umsatzschuebe in den genannten Bereichen sonst wohl kaum spuerbar ausfallen duerften. Ansonsten haette er besser gesagt: "eine Anhebung der ALG2-Saetze wird die Umsaetze im Einzelhandel steigern, weil das Geld sofort verkonsumiert wird, unter anderem evtl. auch fuer Zigaretten und Alkohol."

Woher wissen Sie uebrigens so genau, dass gerade dort die wesentlichen Ausgabensteigerungen zu erwarten sein werden? Haben Sie evtl. eine entsprechende Studie oder wenigstens eine Umfrage zur Hand?

Egal, ob das Gesagte an die Adresse einiger oder aller Hartz IV Empfaenger geht: es ist und bleibt eine Unterstellung und eine Frechheit. Jedenfalls kenne ich reichlich ALG2 Empfaenger, die Nichtraucher sind und Alkohol gar nicht oder nur sehr selten und in geringen Mengen konsumieren, dafuer aber auch jede Menge fleissigen Volkes, das morgens brav zur Arbeit schlurft und Mittags schon sternhagelvoll ist (und vom Chef ggf. vorsichtshalber fuer den Rest des Tages "beurlaubt" wird). - Und solche Leute findet man nicht nur in bestimmten Branchen. Vielleicht wird demnaechst ja auch gefragt, um wieviel die Umsaetze der Branntwein- und Tabakwarenindustrie wohl steigen werden, wenn irgendwo eine Lohnerhoehung durchgesetzt wird?

"Wer über Jahre nicht bereit ist, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten, der muss zusehen, wo er etwas zu Essen herbekommt. So würde ich das mal formulieren. Mal ganz davon ab, dass Müntefering ohnenhin nicht alle Latten am Zaun hat."

1. Wer ueber Jahre arbeitslos ist, muss das nicht aus Mangel an Bereitschaft sein.
2. Der Teil derjenigen, die tatsaechlich grundsaetzlich keine Lust haben regelmaessig irgendeiner Lohnarbeit nachzugehen, duerfte sich in Grenzen halten, die deutlich unterhalb irgend einer "kritischen Schwelle" liegen duerfte. Damit will ich sagen: es gibt immer noch sehr viel mehr Menschen in diesem Land, die lieber heute als morgen raus waeren aus dem ALG2 Bezug, als es Menschen gibt, die sich (bescheiden) in der sog. "Sozialen Haengematte" eingerichtet haben oder einzurichten gedenken. Man hat also schon bei weiten nicht fuer alle Arbeitswilligen Verwendung und es ist abzusehen, dass sich diese Situation eher verschaerfen als entspannen wird. Und da soll man ausgerechnet die weniger oder gar gaenzlich Unmotivierten als erste irgendeinem Chef auf die Nerven gehen lassen? Ich wuerde mich bedanken, wenn ich beim A-Amt anrufe und mir werden ausgerechnet die Leute geschickt, die absolut keinen Bock haben, nur weil man meint, dass man gerade die zuerst "in Arbeit bringen" (also "maßregeln") muesste.

"Es kann nicht sein, dass die einen ihr Leben lang nur "LEISTEN" - und die anderen, durchaus arbeitsfähigen Zeitgenossen, ihr Leben lang nur "NEHMEN"."

Da haben wir es einmal mehr: Sie teilen ein in die, die "immer" etwas leisten "ihr Leben lang" und die, die "ihr Leben lang nur nehmen". Ist man erstmal in Hartz-IV, - und dazu reicht es, wenn man nach 10-, 20- oder 30-jaehriger Berufstaetigkeit seinen Job verliert und laenger als 12 Monate arbeitslos bleibt - , kann man seine komplette Erwerbsbiographie getrost in die Tonne treten. Man gehoert dann fuer gewisse Zeitgenossen eben auch zu denen, die "immer nur nehmen". Da helfen - wie ich es oben im Artikel bereits geschrieben habe - weder Facharbeiterbriefe, noch Diplome, noch Dissertationen.

"Und kaum dass der Staat Hartz4 einführt oder Kürzungen der Sozialleistungen in Betracht zieht, um Teile der arbeitende Bevölkerung nicht schlechter zu stellen, als jeden Hartz4-Empfänger, gehen auch schon die "Autonomen" auf die Strasse und protestieren lauthals, "was für eine Schweinerei" das doch wäre."

Die groebste Kuerzung war die komplette Abschaffung der Arbeitslosenhilfe, die ja an gewisse Vorleistungen geknuepft war und diese Vorleistungen auch "sichtbar" werden liess. Ich persoenlich haette z.B. keineswegs Einwaende dagegen gehabt, die Saetze der Arbeitslosenhilfe - zumindest nach laengerer Bezugsdauer - auf ein einheitliches Niveau festzusetzen. Es ist ja, um ein grob gestricktes Beispiel zu bringen, auch nicht einzusehen, dass z.B. ein Akademiker der drei Jahre erwerbstaetig war und waehrend dieser Zeit sehr gut verdiente, nach drei Jahren oder noch laenger andauernder Arbeitslosigkeit nach wie vor hoehere Bezuege erwarten darf bzw. durfte, als etwa ein Hilfsarbeiter, der vielleicht 12 Jahre gearbeitet hat und nun ebenfalls drei Jahre arbeitslos ist. Was bei Hartz-IV herauskam, ist aber eben, dass beide nun nach 12 Monaten mehr oder wenger das Gleiche bekommen und obendrein auch gleichermassen damit rechnen duerfen, als Leute angesehen zu werden, die "immer nur nehmen". Das gleiche gilt uebrigens auch fuer "selbstaendige Unternehmer" (insbesondere fuer voll haftende Kleinunternehmer), die - aus welchen Gruenden auch immer - mit ihrem Unternehmen auf den Bauch fallen und womoeglich ihr gesamtes Vermoegen verlieren. Fuer die gibts dann nicht mal 12 Monate Arbeitslosengeld, sondern sofort Hartz IV.

Alles in Allem zeigt das, was Sie hier vom Stapel lassen, dass Sie offenbar sehr wenig von dem wissen, was Sie hier als "Tatsachen" darzustellen versuchen oder dass Sie bestenfalls einen sehr kleinen Ausschnitt der Probleme zur Kenntnis bekommen oder genommen haben.

Was den "Tatsachensinn" bundesdeutscher Politiker angeht, so scheint es mir um den - insbesondere was die Hartz-IV "Reformen" angeht - nicht gerade gut bestellt zu sein. Das zeigen u.a. Aeusserungen wie die von Herrn Laurenz Meyer (MdB CDU), der juengst bei Anne Will hartnaeckig behauptete, dass ALG2 Empfaenger bis zu 400 Euro im Monat dazu verdienen duerften, ohne dass ihnen etwas abgezogen werde, was nachweislich nicht den Tatsachen entspricht. Und das ist nur eines von etlichen Beispielen, die offenbaren, dass diejenigen, die ueber unsere Gesetze entscheiden, oft genug anscheinend gar nicht wissen, was in diesen festgelegt wird. Und von Herrn Missfelder, dessen Werdegang an anderer Stelle kuerzlich jemand - ziemlich treffend, wie ich meine - auf die knappe Formel "Kreißsaal- Hoersaal- Plenarsaal" brachte, erwarte ich nun nicht gerade, dass ausgerechnet er seinen erfahrenen Kollegen in dieser Hinsicht viel voraus haben sollte.

Und nebenbei bemerkt: man kann unter Umstaenden sein ganzes Leben lang einer gutbezahlten Taetigkeit nachgehen, ohne dabei auch nur das geringste bisschen leisten zu muessen. Immerhin hat man sich dann sein Einkommen aber "verdient" und man gilt nicht als "fauler Schmarotzer", sondern geniesst sogar einiges Ansehen. Und gerade die Politik scheint mir fuer solche Karrieren ein besonders geeignetes Terrain zu bieten.

Anonym,  24. Februar 2009 um 12:49  

Zitat:

"Alles in Allem zeigt das, was Sie hier vom Stapel lassen, dass Sie offenbar sehr wenig von dem wissen, was Sie hier als "Tatsachen" darzustellen versuchen oder dass Sie bestenfalls einen sehr kleinen Ausschnitt der Probleme zur Kenntnis bekommen oder genommen haben."

Zitat Ende.

Leider falsch.
An dem was SIE mir als Antworten präsentiert haben, kann man eindeutig erkennen, dass SIE es sind, der die Dinge genauso oberflächlich sieht und behandelt, wie mindestens 95 % der restlichen Bundesbürger dies ebenfalls "sieht" und tut.
In mein Gesamtbild hingegen fliessen Faktoren ein, die Sie noch nicht einmal erahnen würden, geschweige denn, dass diese etwas mit dem hiesigen Thema zu tun haben könnten. Aber dazu später mehr.

Zitat:

"Ohne diese Aussage jetzt einer genaueren Pruefung zu unterwerfen: das waere ein Tatbestand. Dass es aber grob geschaetzt 5 Milionen (eher mehr) ALG2 Bezieher in diesem Land gibt ist ein anderer Tatbestand. Diese beiden Tatbestaende ueberlappen sich, etwas anderes waere auch nicht anzunehmen, aber sie decken sich nicht."

Zitat Ende.

Das hat auch nie jemand behauptet. Weder Herr Missfelder - noch ich.
VON IHNEN hat man hier hingegen schon des Öfteren gelesen: "Alle Hartz 4-Empfänger...".
Fällt Ihnen was auf?
Der "pauschalisierende" sind allein SIE - und nicht jene, denen Sie dies vorwerfen - und wo wir gerade beim Thema sind, schauen wir uns doch gleich mal das nächste Zitat an;

Zitat:

"Und natuerlich sind das ausschliesslich Hartz IV Empfaenger - und zwar alle,"

Zitat Ende.
Und schon wieder!
Merken sie schon was!?

Zitat:

"weshalb man eben auch an alle kuenftig Gutscheine auszugeben hat?"

Zitat Ende.

Ja. Zur Sinnhaftigkeit dessen, komme ich noch.

Zitat:

"Erst denken, dann schreiben: so wie Sie Ihren Satz bauen,..."

Zitat Ende.

"Erzählen" Sie mir bitte nichts über "Satzbau".

Zitat:

"Mit Verlaub, er muss hier - das legt die Geringfuegigkeit der Erhoehungen nahe - schon einen ganz erheblichen Teil der ALG2 Empfaenger meinen"

Zitat Ende.

Die "Geringfügigkeit" hat damit überhaupt nichts zu tun - schon gar nicht kann man daraus Schlüsse ziehen, wer- oder wie viele "gemeint" sind.

Zitat:

"da die Umsatzschuebe in den genannten Bereichen sonst wohl kaum spuerbar ausfallen duerften."

Zitat Ende?

Kennen Sie sich mit Unternehmensbilanzen aus?

Zitat:

"Woher wissen Sie uebrigens so genau, dass gerade dort die wesentlichen Ausgabensteigerungen zu erwarten sein werden? Haben Sie evtl. eine entsprechende Studie oder wenigstens eine Umfrage zur Hand?"

Zitat Ende.

Waren Sie schon mal draussen auf den Strassen und sind mal offenen Auges durch Städte gegangen?

Meinen Sie, hiebei handelt es sich ausschliesslich um Konsumenten gesunder Milchprodukte:

http://de.indymedia.org/2005/05/114901.shtml

Zitat:

"Egal, ob das Gesagte an die Adresse einiger oder aller Hartz IV Empfaenger geht: es ist und bleibt eine Unterstellung und eine Frechheit."

Zitat Ende.

Nö.
Keineswegs.
Dass Millionen Hartz4er Alkoholkrank sind, ist eine gängige Tatsache. Dazu genügt ein Blick in die Städte dieses Landes. Eine bessere Statistik können Sie gar nicht erhalten. Genauso wie die Zahl der Jugendlichen, welche jedes Wochenende und sogar unter der Woche an so genannten "flatrate-partys" teilnehmen, kontinuierlich ansteigt - und zwar SO IMMENS ansteigt, dass sich sogar die Politik darüber Sorgen macht. Aber wir wollen ja nicht vom Thema abkommen.

Zitat:

"Jedenfalls kenne ich reichlich ALG2 Empfaenger, die Nichtraucher sind und Alkohol gar nicht oder nur sehr selten und in geringen Mengen konsumieren, dafuer aber auch jede Menge fleissigen Volkes, das morgens brav zur Arbeit schlurft und Mittags schon sternhagelvoll ist (und vom Chef ggf. vorsichtshalber fuer den Rest des Tages "beurlaubt" wird)."

Zitat Ende.

Stellt sich nur die Frage, was deutlich überwiegt:

Jene, die berufstätig sind und Mittags schon besoffen sind - oder jene, die Hartz4-Empfänger sind und Mittags schon besoffen sind.

Und nun dürfen Sie 3 Mal raten, in welcher Kategorie die Anzahl der "Mittags-schon-besoffenen" wohl ÜBERDEUTLICHST höher ist.

Zitat:

"1. Wer ueber Jahre arbeitslos ist, muss das nicht aus Mangel an Bereitschaft sein.
2. Der Teil derjenigen, die tatsaechlich grundsaetzlich keine Lust haben regelmaessig irgendeiner Lohnarbeit nachzugehen, duerfte sich in Grenzen halten"

Zitat Ende.

"DÜRFTE" - tut er aber nicht, wie ich sogleich eindeutigst beleuchten werde.
Sie sitzen da leider einem weit verbreiteten Irrglauben auf.

Jeden Tag verlieren Menschen ihren Job - und jeden Tag kommen Menschen in Arbeit.
Das Langzeit-Durchschnittsvolumen an Arbeitslosen liegt derzeit bei ca. 6,7 Millionen Menschen. Dem gegenüber, stehen ca. 1,5 Millionen offene Stellen.

Wenn 6,7 Millionen Arbeitslosen - 1,5 Millionen freie, offene Stellen gegenüberstehen, dann ist mehr Arbeit- sprich offene Stellen vorhanden, als besetzt WERDEN- respektive, besetzt werden KÖNNEN.

Das hat im übrigen NICHTS - aber auch GAR NICHTS mit "regulären Bewegungen des Arbeitsmarktes" - oder "Saisonbedingungen" zu tun.
Diese Quote zieht sich über das komplette Jahr.

Fakt ist: das für jegliche Qualifikation, durchaus mehr als genug Jobangebote zur Verfügung stehen. Siehe link (nur um kurz aufzuzeigen, dass jegliche Qualifikation zu einem Job kommen kann - wenn man denn will):

http://jobboerse.arbeitsagentur.de/vam/vamController/SchnellsucheAS/anzeigeErgebnisliste?rqc=55356045212&rqv=-3945934024245824176

In sämtlichen anderen Bereichen gibt es ebenfalls Jobangebote in Hülle und in Fülle - vom Automechaniker über den Informatiker, bis hin zum Zahntechniker.

Wenn es in einem Land, mehr als 1,5 Million offene Stellen gibt - und dem 6,7 Millionen Arbeitslose gegenüberstehen,

was kann DAS der Logik folgend - EINZIG UND ALLEIN - wohl bedeuten!??

a.) 6,7 Millionen Arbeitswillige, die es kaum erwarten können, in Lohn und Brot zu kommen

oder

b.) 6,7 Millionen Arbeitsunwillige!

2 Mal dürfen Sie raten.... NEIN.... "Spezialisten" wie SIE dürfen sogar 3 Mal raten!

Zitat:

"Damit will ich sagen: es gibt immer noch sehr viel mehr Menschen in diesem Land, die lieber heute als morgen raus waeren aus dem ALG2 Bezug, als es Menschen gibt, die sich (bescheiden) in der sog. "Sozialen Haengematte" eingerichtet haben oder einzurichten gedenken."

Zitat Ende.

Wie falsch diese Aussage ist, wissen Sie ja nun.

Zitat:

"Man hat also schon bei weiten nicht fuer alle Arbeitswilligen Verwendung und es ist abzusehen, dass sich diese Situation eher verschaerfen als entspannen wird. Und da soll man ausgerechnet die weniger oder gar gaenzlich Unmotivierten als erste irgendeinem Chef auf die Nerven gehen lassen?"

Zitat Ende.

Sie werden es nicht glauben- aber in meinem Umkreis befinden sich mehrere Bekannte, welche Zwei- oder sogar DREI JOBS haben.
Seltsam oder!?

Da gibt es eine junge Dame, die arbeitet tagsüber in einem Supermarkt, arbeitet in den Abendstunden für die Deutsche Bundespost und am Wocheende findet man sie dann auch noch in einem Ausflugslokal als Kellnerin vor, während andere ÜBER JAHRE noch nicht einmal einen einzigen, lausigen Job gefunden haben wollen.

Was glauben solche Leute eigentlich, welche Bären sie anderen aufbinden könnten!?

Zitat:

"Ich wuerde mich bedanken, wenn ich beim A-Amt anrufe und mir werden ausgerechnet die Leute geschickt, die absolut keinen Bock haben, nur weil man meint, dass man gerade die zuerst "in Arbeit bringen" (also "maßregeln") muesste."

Zitat Ende.

Wenn man die Sozialleistungen kürzen und zeitlich begrenzen würde, was meinen sie, was die Leute auf einmal "für einen Bock" entwickeln würden! "Keinen Bock" finden Sie in Deutschland ja nur aus dem Grunde zu Haufe vor, weil das in Deutschland "geht" - und zwar wie in keinem anderen Land dieses Erdballes.

Zitat:

"wenn man nach 10-, 20- oder 30-jaehriger Berufstaetigkeit seinen Job verliert und laenger als 12 Monate arbeitslos bleibt - , kann man seine komplette Erwerbsbiographie getrost in die Tonne treten."

Zitat Ende.

Ganz recht!
Und wenn man DAS WEISS, dann würde ich doch einfach mal dafür sorge tragen, dass es gar nicht erst DAZU KOMMT, dass ich 12 Monate am Stück- oder länger arbeitslos bin!?

Comprende!?
Alles nur eine Sache des Erkennens und sinnvollen verarbeitens, heute gängiger Tatsachen.

Zitat:

"Was bei Hartz-IV herauskam, ist aber eben, dass beide nun nach 12 Monaten mehr oder wenger das Gleiche"

Zitat Ende.

Dies ist eine absolute Ungerechtigkeit. Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht.

Zitat:

"Und von Herrn Missfelder, dessen Werdegang an anderer Stelle kuerzlich jemand - ziemlich treffend, wie ich meine - auf die knappe Formel "Kreißsaal- Hoersaal- Plenarsaal" brachte, erwarte ich nun nicht gerade, dass ausgerechnet er seinen erfahrenen Kollegen in dieser Hinsicht viel voraus haben sollte."

Zitat Ende.

Eines hat Herr Missfelder seinen Kollegen dann aber doch voraus:

Er nennt Tatsachen und giesst diese in klare unmissverständliche Worte, indem er das Kind beim Namen nennt.

Zitat:

"Und nebenbei bemerkt: man kann unter Umstaenden sein ganzes Leben lang einer gutbezahlten Taetigkeit nachgehen, ohne dabei auch nur das geringste bisschen leisten zu muessen. Immerhin hat man sich dann sein Einkommen aber "verdient" und man gilt nicht als "fauler Schmarotzer", sondern geniesst sogar einiges Ansehen."

Wenn Sie meinen, dass das alles "so einfach" wäre, warum macht´s dann nicht jeder so!?

Guten Tag.

Kurt aka Roger Beathacker 24. Februar 2009 um 16:51  

"Dass Millionen Hartz4er Alkoholkrank sind, ist eine gängige Tatsache. Dazu genügt ein Blick in die Städte dieses Landes."

Klar: man sieht einen Besoffenen und weiss sofort: der kriegt ALG2! Und man erfaehrt, dass jemand ALG2 bezieht und ahnt, selbst wenn man ihn immer nur stocknuechtern gesehen hat: "Das muss ein Alkoholiker sein!"

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