Montag, 16. Februar 2009

Der feine Unterschied

Haben Sie sich auch schon immer gewundert, dass jedesmal wenn es in der Vergangenheit geheißen hat, der Steuerzahler sei entlastet worden, Sie selbst von dieser Entlastung nicht das geringste verspürt haben?

Nun - möglicherweise lag das daran, dass sie entweder gar nicht oder nur in geringem Umfang zum erlauchten Kreis der Steuerzahler zu zählen waren, wohl aber zum Kreis der Steuerträger:

Steuerzahler
führt die Steuer an das Finanzamt ab; meist mit dem Steuerschuldner identisch.
Bert Rürup. Fischers Wirtschaftslexikon. Fischer Taschenbuchverlag. FfM. 1995. S. 261.
Steuerschuldner
natürliche oder juristische Person, die eine Steuer schuldet, für eine Steuer haftet, eine Steuer für einen Dritten abzuführen oder einzubehalten hat oder sonstige Steuerverpflichtungen erfüllen muß. z.B. Unternehmen bei der Umsatzsteuer.
Bert Rürup. Fischers Wirtschaftslexikon. Fischer Taschenbuchverlag. FfM. 1995. S. 260.
Steuerträger
derjenige, der die ökonomische Last der Besteuerung trägt. Ist das Auseinanderfallen von Steuerschuldner und Steuerträger vom Gesetzgeber beabsichtigt, so spricht man vom Steuerdestinar; Beispiel Umsatzsteuer: Steuerschuldner ist das Unternehmen, Bert Rürup. Fischers Wirtschaftslexikon. Fischer Taschenbuchverlag. FfM. 1995. S. 260.
Steuerdestinar
derjenige, der nach Absicht des Gesetzgebers der Träger (Steuerüberwälzung) einer Steuer sein soll.
Bert Rürup. Fischers Wirtschaftslexikon. Fischer Taschenbuchverlag. FfM. 1995. S. 260.
Steuerüberwälzung
Summe aller rechtlich zulässigen Versuche der Steuerabwehr durch Verlagerung der Steuerlast vom Steuerpflichtigen bzw. Steuerzahler auf einen anderen. Es lassen sich drei Arten der Überwälzung unterscheiden:
  1. Vorüberwälzung: Steuer wird in Form höherer Preise auf die Nachfrager der von der Besteuerung betroffenen Leistungen bzw. Unternehmen überwälzt;
  2. Rücküberwälzung: Versuch die Einkaufspreise für Vorleistungen bzw. Löhne, Mieten, Pachten oder Zinsen zu drücken.
  3. Schräge Überwälzung: höhere Preisforderung gegenüber den Nachfragern bei anderen als der von der Besteuerung betroffenen Leistung. Eine notwendige Voraussetzung einer erfolgreichen Steuerüberwälzung ist eine geringe Preiselastizität der Nachfrage.
Bert Rürup. Fischers Wirtschaftslexikon. Fischer Taschenbuchverlag. FfM. 1995. S. 260.

"Geringe Preiselastizität" bedeutet, dass bei Preiserhöhungen die Nachfrage nicht oder nur unmerklich abnimmt und umgekehrt, dass sie bei Preissenkungen nicht oder nur wenig steigen wird. Es liegt auf der Hand, dass lebensnotwendige Güter quasi "unelastisch" sind.

P.S. Damit dürfte auch klar geworden sein, warum Guido Westerwelle und Konsorten Erwerbslose nicht mitmeinen, wenn sie mal wieder versprechen, "den Steuerzahler" künftig (noch) stärker entlasten zu wollen.

2 Kommentare:

chriwi,  16. Februar 2009 um 07:27  

Ist doch auch klar das weniger in der Tasche ist, wenn die Einkommenssteuer und die Arbeitslosenversicherung um 2% gesenkt wird die Krankenkassenbeiträge aber um 3% erhöht werden. Da kann man sich an einer Hand ausrechnen wer entlastet wird. Garantiert keine Rentner und eigentlich keiner mit niedrigem oder mittleren Einkommen. Nur die hohen Einkommen und die Gewinne der Firmen werde fleißig entlastet. Ist ja auch völlig logisch. Indem diese Menschen noch mehr Geld sparen könnne wächst die Wirtschaft.

aebby 16. Februar 2009 um 21:01  

Klaus hat gerade einen Beitrag von Georg Schramm verlinkt in dem heißt es an einer Stelle sinngemäß: "Haben Sie Sich schon mal gefragt wem das alles nützt und warum sie nicht dazu gehören?"

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