Donnerstag, 26. Februar 2009

Fall "Emmely": Antwaltsverein fordert Thierses Rücktritt

Als "ein barbarisches Urteil von asozialer Qualität" (SpOn) hat Wolfgang Thierse das Urteil des Berliner Arbeitsgerichtes im Fall Barbara E. vs. Kaiser's bezeichnet.

Nun tritt, wie die B.Z. heute meldet, der Berliner Anwaltsverein (BAV) auf den Plan und fordert, dass Thierse sich für diese "nicht hinnehmbare Entgleisung" entschuldigen müsse.

Weiter sagte der BAV-Vorsitzende Ulrich Schellenberg laut B.Z.:

zuletzt habe Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) im Zusammenhang mit dem Selbstmordanschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul von einem "Akt der Barbarei" gesprochen. Wenn der Bundestagsvizepräsident nun die gleiche Wortwahl in Bezug auf eine Entscheidung eines deutschen Gerichtes verwende, sei er als einer der führenden Repräsentanten des Landes nicht tragbar.


Nun - wenn man weiß, dass "Barbar" (βάρβαρος, bárbaros) ursprünglich die Bezeichnung der Griechen für jene war, die nicht "Rrecht zu sprechen" wussten, dann scheint Thierses Aussage eigentlich doch recht treffend formuliert.

Im Übrigen fällt mir dazu echt nichts ein - außer, dass der folgende Song (wenigstens) einen äußerst passenden Vers zum Thema enthält:



4 Kommentare:

klaus baum 26. Februar 2009 um 18:55  

die dummheit verbreitet sich mit rasanter geschwindigkeit. ich dachte immer, anwälte seien des raffinierten denkens fähig.

darf ich jetzt das wort barbar nie mehr benutzen, weil steinmeier es in kabulistischen zusammenhängen gebrauchte?

Don Ralfo 26. Februar 2009 um 19:04  

Frage: Was sind 100 Anwälte auf dem meeresgrund?
Antwort: Ein guter Anfang!

klaus baum 26. Februar 2009 um 20:26  

Bei so viel Dummschwätzerei und mangelndem Denkvermögen seitens eines Anwaltvereins muß man sich wohl bei seinen kritischen Äußerungen künftig in acht nehmen. Hat nicht schon Konrad Adenauer Auschwitz als Barabarei bezeichnet?
Und was ist mit Goethes "Iphigenie"? Da ist auch schon von Barbaren die Rede. Muß Goethe jetzt - im Jahre 1 nach Steinmeier - umgeschrieben werden?

klaus baum 26. Februar 2009 um 22:16  

Ich realisiere es erst jetzt: Es handelt sich um den Berliner Anwaltsverein. Ich hatte angenommen, es wäre ein Verein aus dem tiefsten bayerischen Hinterwalden, denn die Leute haben nicht den blassesten Dunst von Sprache. Das würde bedeuten, folgt man der Argumentation dieses Vereins,wer zuerst einen Begriff zur Charakterisierung einer Situation oder Begebenheit verwendet, der hat gewonnen. Der selbe Begriff darf dann von niemand anderem mehr verwendet werden. Wenn man aber für jede neue Situation neue Begriffe erfinden muß, wird bald keiner mehr wissen, wovon der andere redet. Die Herren Anwälte verkennen den Allgemeinheitscharakter der Sprache. Ich würde sagen, zurück ins erste Semester und zwei Jahre Sprachphilosophie, Linguistik und Hermeneutik nachholen.

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