Sonntag, 11. Januar 2009

Zum Klimawandel

In den vergangenen Monaten habe ich in diesem blog Beiträge zu recht unterschiedlichen Themen veröffentlicht, nur der "Klimawandel", obwohl ein streckenweise "heißes" Thema, kam bislang nicht vor. Im folgenden will ich Ihnen verraten, warum das so ist und warum es wohl auch künftig dabei bleiben wird.

Dass die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre zunimmt, mag sich messen lassen. Dass der Grad der CO2-Konzentration Auswirkungen auf das Klima hat, mag sich nachweisen lassen. Dass schon heute selbst in Grönland die Gletscher zusehends und rapide abschmelzen, davon kann man sich mit eigenen Augen überzeugen, wenn man - wie unsere Kanzlerin - mal eben hinfliegt. Dass infolge des steigenden Energieverbrauchs menschliche Aktivitäten zur Zunahme dieser Konzentration beitragen, erscheint mir plausibel. Nicht plausibel aber ist für mich der blinde Aktionismus und die Verkürzung des sog. "Klimawandels" zum "Weltproblem schlechthin". M.E. können wir nichts gegen den Klimawandel tun, wir können bestenfalls gegen ihn nichts tun. Und mehr Nichtstun, oder mehr nicht zu tun, sondern zu lassen, würde unserem Planeten und womöglich auch uns selbst nicht nur hinsichtlich des Klimas eventuell mehr als gut tun.

Weniger kryptisch: Es ist m.E. vollkommen hirnverbrannt, dem Klimawandel z.B. durch eilige Verschrottung böser Energiefresser entgegenwirken zu wollen, ohne sich dabei klar zu machen, dass allein die Produktion neuer "klimafreundlicher" Geräte u. U. mehr Energie (und andere Ressourcen!) benötigt, als die alten Energiefresser während der Dauer ihrer Restlebenszeit überhaupt verbraten können. Dazu kommt der zusätzlich erforderliche Aufwand in Folge von vorzeitiger Entsorgung, Recycling usw.; von dem damit einhergehenden bürokratischen Aktionismus ganz zu schweigen. Ferner kann selbst von einer exakt prognostizierbaren Zunahme der CO2-Konzentration in der Atmosphäre allein noch nicht zuverlässig auf den tatsächlichen klimatischen Zustand der Erde zu einem angenommenen Zeitpunkt "X" geschlossen werden. Die CO2-Konzentration ist ein Faktor und ein Wesentlicher dazu, aber er ist eben nicht der einzige. Zur gleichen Zeit, als die ersten Prognosen hinsichtlich einer Erderwärmung infolge erhöhten CO2-Ausstoßes aufkamen (um 1980), wurde auch prognostiziert, dass die Erde infolge einer Änderung des Neigungswinkels und der Umlaufbahn um die Sonne auf eine neue Eiszeit zusteuere. Mag sein, dass dem nicht so ist und die Eiszeit noch eine Weile auf sich warten lässt. Ob aber die in zwanzig, fünfzig oder gar hundert Jahren faktisch gegebene CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre - gleich welchen Grad sie dann besitzen mag - uns zum Guten oder zum Schlechten gereichen wird, darüber kann hier und heute gar nicht entschieden werden. Die Zukunft ist offen - und das ist vielleicht das Beste an ihr.

Im eigentlichen Kern geht es bei all dem Aktionismus, der insbesondere von Seiten der politischen Akteure rund um den Totschlagbegriff "Klimaschutz" praktiziert wird, aber gar nicht darum, "das Klima zu schützen", sondern es wird schlicht und ergreifend das Ziel verfolgt, eine Lebens- und Wirtschaftsweise, die unter der beschönigenden Bezeichnung "Wachstum" blind dem Überfluss und der Verschwendung huldigt, möglichst bis in alle Ewigkeit fortführen zu können. Und zwar frei nach der Devise: "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass".

Man muss gar nicht erst den bigotten Al Gore ins Feld führen, dem "Klimaskeptiker" vorwerfen, dass er zweihundert mal mehr Strom verbrauche als ein Durchschnittsamerikaner (der wiederum etwa drei mal mehr verbraucht als z.B. meine Wenigkeit nebst zwei Familienangehörigen) und der diesen Vorwurf dann meint auskontern zu können, indem er darauf verweist, dass er ja nur "Ökostrom" beziehe, was natürlich eine Lachnummer ist, solange nicht ausschließlich Ökostrom produziert wird. Denn für den "sauberen" Ökostrom, den Gore unsinnigerweise verbrät, muss natürlich irgendwo irgendein anderer Mensch dann eben "schmutzigen" Kohle- Gas- oder Ölstrom verheizen, um seinen Energiebedarf zu befriedigen.

Es scheint mir vielmehr vollkommen hinreichend zu sein, auf den ganz normalen alltäglichen Wahnsinn zu verweisen, dem wir uns alle mehr oder weniger (gern?) hingeben. Mikrowelle, Eismaschine, Espressoautomat, elektrisches Brotmesser, elektrische Zitruspresse, elektrischer Dosenöffner, elektrische Pfeffermühle, ein halbes Dutzend Handys und mindestens zwei Fernsehapparate für jeden Haushalt, das scheint heutzutage beinahe ein "Muss" zu sein. - Falls Sie das alles noch nicht besitzen sollten, dann kaufen Sie es endlich, ehe die Binnenkonjunktur komplett zusammenbricht: es hängen schließlich Arbeitsplätze an all dem Schund! Dazu, dass Sie den Kram dann auch benutzen, zwingt Sie ja niemand.

Und kommen Sie bloß nicht auf die Idee, etwa mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, sondern nehmen Sie das Auto. Die Automobilindustrie ist schließlich das "Rückgrat der Volkswirtschaft". Bewegen Sie also bitte neben ihren vielleicht 70 bis 150 Kg Lebendgewicht zusätzlich mindestens zweimal am Tag mit Hilfe eines Explosionsmotors eine Tonne Material auf vier Rädern durch die Gegend. Ihren eigenen Bewegungsmangel können Sie dann ja im Fitnesscenter ausgleichen, das übrigens ebenfalls mit dem Auto leicht und bequem zu erreichen ist. Zur Not dürfen Sie sich aber auch einen eigenen Heimtrainer anschaffen - oder zwei, um eventuellen Streitigkeiten mit etwaigen Mitbewohnern vorzubeugen.

Die "Lüge" in der Klimadiskussion ist nicht, dass es einen Klimawandel gibt und auch nicht, dass wir Menschen daran als ein wesentlicher Faktor beteiligt sind. Die "Klimalüge" besteht vielmehr darin, dass vielfach so getan wird, als könne man diesen Klimawandel abwenden, aufhalten oder eindämmen und dabei im Wesentlichen dennoch so weitermachen wie bisher, die heilige Kuh "Wachstum" anbeten und ihr weiter durch das Credo: "Vollbeschäftigung" und "Vollzeitarbeit" (möglichst "global") sowie ungebrochene Produktion und steigenden Konsum von Wegwerfartikeln huldigen, solange dabei nur brav auf den CO2-Ausstoß geachtet werde.

Es gibt (zu)viel zu kaufen, lassen wir es liegen.

;-)

P.S. Den Anlass zu diesem Aufsatz gab dieser Artikel bei Toms Wochenschau, zu dem ich eigentlich nur einen Kommentar hatte schreiben wollen.

18 Kommentare:

Anonym,  11. Januar 2009 um 12:00  

Seit bestehen unserer Erde haben sich auf unseren Planeten regelmäßig, für kurze oder längere Perioden Klimaveränderungen ereignet. Die Ursachen hierfür sind weitgehend unerforscht und in der Wissenschaft umstritten. Befragt man drei Klimaforscher nach dessen Gründen erhält man sicherlich neun unterschiedliche Antworten.
Nun ist der heute herrschende Neoliberalismus dergestalt, komplizierte Wirkungsmechanismen auf den einfachsten Nenner, mit dem Ziel der maximalen Profitsteigerung zu setzten. Da man ununterbrochen eine selbstverschuldete Klimakatastrophe herbeiredet, kann man die einfachen Menschen leicht zu vielen Zugeständnissen bewegen. Hier geht es ganz klar um das Abzocken, welches mit einem mehrheitlich schlechten Gewissen sehr leicht zu bewerkstelligen ist. Und schon ist der Kunde bereit, unmäßige und in Zukunft steigende Energiepreise hinzunehmen oder Klimazertifikate als wegweisend anzusehen.
Zu dieser Thematik wäre eine Untersuchung der Einflussnahme des Lobbyismus auf die öffentliche Meinung und deren Interessenvertreter zur Energiepolitik hochinteressant. Dass dieser Wasser predigt und Wein säuft ist alleine mit der alljährlichen Absichtserklärung der Automobilkonzerne, zukünftig energiesparende Fahrzeuge bauen zu wollen leicht erkennbar. Nächstes Jahr hören wir vermutlich wieder das Gleiche.
Vernünftigerweise sollte ein Minimierungsprinzip für unseren Energieverbrauch gelten. Sowenig wie möglich und soviel wie nötig. Dies ohne „Hype“ und ohne Verdummung. Oder hatten Sie einmal einen seriösen Klimabericht der Bundesregierung oder Ihres Energieversorgungsunternehmens in ihrem Briefkasten? Entgegengesetzt wandern dafür zentnerweise Prospektmaterial in Ihren Mülleimer. Das ist aus Sicht der „Eliten“ ökologisch auch etwas völlig anderes!

Aristoteles 11. Januar 2009 um 12:51  

Ich führe schon seit Monaten einen kleinen Krieg gegen die Klimawandelapologeten.

Ich bestreite die Existenz eines Klimawandels auch nicht - nur die Interpretation der bekannten Forschungsdaten des IPCC!

Aktuell habe ich in meinem Blog einen entsprechenden Artikel. Mich würde es freuen, wenn du etwas dazu sagen würdest!

epikur 11. Januar 2009 um 13:17  

Hey, Du wirst doch den moralisch erhabenen GRÜNEN nicht ihr Lieblingsspielzeug, den Klimaschutz, wegnehmen bzw. schlechtreden wollen? tztzt...böser Kurt ;)

Mal ehrlich, was mich am meisten stört bei der ganzen Debatte ist diese Heuchelei. Entweder ganz oder gar nicht. Aber nicht diese Spielchen, wenn Klimaschutz dann müssen es ja unbedingt ökonomische Instrumente seien, wie dieser schwachsinnige Emissionshandel. Weil die arme arme Wirtschaft dürfe ja nicht belastet werden und mit ökonomischen Instrumenten komme sie eben am besten klar, so die Devise.

Ob diese Halbherzigkeit wirklich hilft ist mehr als fraglich. Aber es gibt eben viel Raum zur Profilierung. Ob Al Gore, die GRÜNEN oder Merkel - wer Klimaschutz betreibt ist ein toller Hecht.

P:S: "Klimaschutz" werde ich mal in meine Neusprech-Liste aufnehmen ;)

MelLou 11. Januar 2009 um 17:04  

Das ist mal ein guter Post. Ich kann mich dem nur anschließen.

Harald 11. Januar 2009 um 19:35  

Recht hast Du, ich habe 2002 das "Jahrhunderhochwasser" im Raum Dippoldiswalde / Schlottwitz / Schmiedeberg miterlebt (meine Hochwasserfotos) und gemerkt, dass auch mit viel Technik und viel Einsatz eine Naturkatastrophe nicht verhindert werden kann. Mann kann nur versuchen nach der Katastrophe alles wieder aufzubauen.
Und mit der Klimakatastrophe (wenn sie kommt) müssen wir eben klarkommen. Zu verhindern ist sie eh nicht mehr. Aber vielleicht Abzumildern. Aber Konsumeinschränkung - geht gar nicht - das gefährdet das Wirtschaftswachstum und nur das ist heilig!

Anonym,  11. Januar 2009 um 19:49  

Der Kernaussage Ihres Artikels stimme ich zu (in diesem Zusammenhang ist auch auf das Buch "Grenzen des Wachstums - das 30 Jahres Update" verwiesen, aber das kennen Sie wahrscheinlich). Allerdings sind im Artikel auch ein paar Fehler:
- Die 2 vom CO2 wird tiefgestellt und nicht hochgestellt. Als Chemiker ärgert mich das immer ein bisschen wenn ich das sehe ;-)
- Mit der Eiszeit verwechseln Sie etwas: Damals - in den 70ern - stieg auch die Konzentration der Aeorsoloe in der Atmosphäre stark an (Schwebeteilchen durch unvollständige Verbrennungen). Die Aerosole haben eine kühlende Wirkung. Damals nahmen einige Wissenschaftler an, dass der Effekt der Aeorsole größer als der, der steigenden Konzentrationen von Treibhausgasen (die einen wärmenden Effekt haben) ist und sich die Erde in Folge dessen abkühlen müsste. Dies stellte sich dann aber durch weitere Nachforschung als falsch heraus (allerdings nur teilweise, immerhin gelang es u.a. den Aeorsolen die Erwärmung Mitte des Jahrhunderts zu unterbrechen).
Die Milankovitch Zyklen (Veränderung der Bahnparamter der Erde um die Sonne) spielen sich auf ganz anderen Zeiträumen ab (zehntausende von Jahren). Nach den Milankovitch Zyklen steht übrigens "demnächst" (in ca. 50.000 Jahren) wieder ein Galzial (Eiszeit) an. Seit etwa 11.000 Jahren leben wir ja bekanntlich in einem Interglazial.

Grüße

Kurt aka Roger Beathacker 11. Januar 2009 um 20:29  

@ Anonymer Chemiker.
Danke fuer die Hinweise. Die Schreibweise habe ich korigiert - das war schlampig von mir. Was die weitere Kritik angeht, so danke ich fuer die Erlaeuterungen. Mein Verweis auf die "Eiszeit-Prognose" ist vielleicht etwas ungeschickt formuliert. Jedenfalls wollte ich damit nicht der Eindruck erwecken, dass wir in 50 Jahren wieder Jagd auf Mammuts machen koennten. Ich habs einfach erwaehnt, weil die Frage, ob es waermer oder kaelter wird (und aus welchen Gruenden) vor 30 Jahren eben (noch) als viel unentschiedener angesehen wurde als heute. Meine eigene These laesst sich vielleicht so zusammenfassen:

Wir produzieren nicht (zuerst) zuviel CO2, sondern (zuerst) viel zu viel Muell, bei dessen Produktion dann zuviel CO2 abfaellt. Und die Crux ist, dass nur Massenproduktion auch massenhaften Reichtum abzuwerfen verspricht.

Anonym,  11. Januar 2009 um 20:55  

Danke für die Korrektur! Das stimmt natürlich, vor 30 Jahren waren sich die Wissenschaftler noch viel uneiniger, wobei die These einer weiteren Abkühlung damals eine Outsider-Position war; die meisten Publikationen, die damals erschienen gingen von einer Erwärmung aus.
Ihrer These stimme ich vollkomen zu! Problematischer wird das ganze noch dadurch, dass die massenhafte Produktion von Ramschgütern, die nach einer Woche in den Müll wandern, zur Stiegung des BIPs führt, was wiederrum häufig mit Wohlstand und auch Lebensqualität gleichgesetzt wird (jetzt wo der BIP zu sinken droht, geht die große Angst von Wohlstandsverlust um). Alternative Wohlstandsindikatoren, wie das GPI zeigen dagegen schon seit Jahren eine Stagnation an (und damit auch eine Stagnation des Wohlstandes an) (siehe z.B. S. 5 http://www.rprogress.org/publications/1999/gpi1999.pdf)
Dagegen stimme ich Ihrer Aussage nicht zu, dass nicht gesagt werden kann, ob die globale Erwärmung eher schädlich oder nützlich sein wird: Da ist sich die Wissenschaft, die im IPCC Bericht auf 1.000 Seiten komprimiert wiedergegen wird, er eigentlich einig: die negativen werden überwiegen.

Kurt aka Roger Beathacker 11. Januar 2009 um 22:32  

Meine Aussage war ja so auch nicht angelegt. Es besteht sicherlich kein Zweifel daran, dass aus gegenwaertiger Perspektive und unter der Annahme, dass es nicht zu anderen ("stoerenden") Ereignissen kommt, also bei einer quasi "linearen" Hochrechnung unter Beibehaltung der gegebenen Perspektive, die Auswirkungen einer Zunahme von CO2 als "schaedlich" anzusehen sind. (Von "Erwaermung" habe ich an der Stelle nicht gesprochen.) Wir wissen aber nicht ob es zu einer solchen "ungestoerten" Entwicklung auch tatsaechlich kommen wird. Und wir wissen ebensowenig welche anderen Entwicklungen parallel laufen werden.

Nun bin ich - zugegeben - freilich zu sehr Laie um hinsichtlich etwa moeglicher Kontraindikatoren auch nur halbwegs tragfaehige Annahmen liefern zu koennen. Man wird allerdings festhalten duerfen, dass es im Zuge einer Klimawandlung auch zu strukturellen Wandlungen in anderen Bereichen (Wirtschaft, Politik, Gesellschaft) kommen wird, die sehr viel weniger vorhersagbar sind. Und das wird bei diesen Prognosen - soweit mir einsichtig - wohl doch weitgehend ausgeblendet. Dennoch besteht m.E. auch weiterhin eine (wenngleich wohl eher geringe) Moeglichkeit, dass sich der platte Spruch:
"Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt." mal wieder bewahrheiten koennte, wobei eben sowohl alles halb so schlimm, als auch noch sehr viel schlimmer kommen kann, als man es heute zu prognostizieren in der Lage ist.

Momentan setzt man m. E. jedenfalls zu einseitig und zugleich zu halbherzig auf die Karte, dass man dem Klimawandel mit ein bisschen CO2 Reduktion werde am Ende doch "gluecklich" entkommen koennen und Uebrigen laeuft "business as usual". Dabei ist es ja durchaus richtig auf die (CO2-)Bremse zu treten. Es ist aber fatal, wenn man weder den Bremsweg noch den Wirkungsgrad seiner Bremse kennt und man obendrein mit einem ueberladenen Gefaehrt unterwegs ist und nicht weiss ob einem der Beifahrer womoeglich noch ins Steuer greift. Da wird man sich dann im Nachhinein vermutlich wuenschen, dass man nicht nur die Bremsen gecheckt, sondern das ganze Fahrzeug beizeiten insgesamt optimiert und sich ueberschuessiger Lasten entledigt oder bessere Reifen aufgezogen haette usw.

So ungefaehr jedenfalls ...

;-)

chriwi,  12. Januar 2009 um 07:57  

Sehr schöner Artikel. Er bringt es auf den Punkt. Die Forderung nach unendlichem Wachstum, um ein menschenwürdiges Leben für alle zu ermöglichen ist natürlich auf einem endlichen Planeten etwas schwierig. Allerdings ist sie auch die perfekte Ausrede. Denn nicht die Begrenzung ist das Problem, sondern der Mensch. Eigentlich müsste es der MEnschheit prima gehen. Bei der heutigen Produktivität und den technischen Möglichkeiten könnte man ohne Probleme wunderbar leben. Nur dann würden einige eben nicht besonders Spitze leben. Meiner Ansicht nach ist der Schrei nach dem Klimawandel nichts weiter als eine weitere Ablenkung von den wirlichen Probleme. Die Leute mögen daran Glauben. Aber wegen 5 Grad geht der Planet sicher nicht unter.

juwi 13. Januar 2009 um 18:09  

Der Klimawandel IST das Weltproblem schlechthin! Er wird die Zukunft und die Lebensumstände unserer Kinder und Enkel entscheidend verändern.

Du hast Recht: Gegen den Klimawandel, wie er aufgrund der bereits jetzt in der Atmosphäre unseres Planeten angereicherten Treibhausgase stattfindet und weiterhin stattfinden wird, können wir nichts mehr tun. Ich hoffe nur, dass die Folgen davon die Erde noch in einem weitestgehend bewohnbaren Zustand belassen werden.

Nichts tun? Weiter so wie bisher?

Alles, was jetzt noch an Treibhausgasen zusätzlich emittiert wird, verschlechtert die Situation. Deshalb MUSS umgehend dafür gesorgt werden, dass die Emissionen von CO2 aus fossilen Energieträgern und weiteren Treibhausgasen so schnell wie möglich aufhören! Das hat nichts mit blindem Aktionismus zu tun, sondern ist lebensnotwendig für uns und überlebensnotwendig unsere Nachfahren. Du hast vollkommen recht: Zum "Abwenden" ist es zu spät - vor 25 Jahren, als man uns noch als "grüne Spinner" belächelt hat, da hätte man vielleicht noch etwas erreichen können. Jetzt geht es nur noch um Schadensbegrenzung. Wenn wir aber jetzt nicht wenigstens alles dafür tun, was den Anstieg der globalen mittleren Temperaturkurve abzuschwächen könnte, dann werden unsere Kinder und Enkel uns dafür eines Tages verfluchen.

Wenn ich die Berliner Schlau-Schnacker in Sachen Klimaschutz höre, und sehe, wie sie hinterher mit ihren schweren Limousinen nach Hause fahren, dann frage ich mich jedesmal, was die da noch zu suchen haben. Ich bin jetzt schon am überlegen, wo ich im Herbst mein Kreuzchen auf dem Wahlzettel überhaupt noch hinsetzen kann. Wenn ich die Sprüche der "Klimaskeptiker" höre und die Datenfälschungen der Wirtschaftslobbyisten sehe, dann schwillt mir der Kamm! Sicher ist es möglich, das Klima kaputt zu reden, wenn nicht gleichzeitig richtig gehandelt wird. Die "Klimaskeptiker" setzen jedoch alles daran, es kaputtzuschweigen, um weiterhin in aller Ruhe ihren Profit einstreichen zu können. Die denken: "Hauptsache ich lebe mein Leben noch in Saus und Braus. Nach mir die Sintflut." Denen wünschte ich, sie hätten sich verrechnet, und würden noch die Gelegenheit haben darin zu ersaufen. Mit Rücksicht auf den Rest der Menschheit hoffe ich jedoch, dass sie sich trotz allem friedlich in ihren Sterbebetten aus dem Leben verabschieden werden - nur sollten sie nicht mehr allzulange damit warten.


Auch ich hatte eigentlich nur einen Kommentar schreiben wollen. Es ist ebenfalls ein Artikel daraus geworden, den ich in "juwi's welt" veröffentlicht habe. Dies ist der zweite Ansatz zu einem Kommentar. Ich höre besser jetzt auf zu schreiben, bevor wieder ein Artikel daraus wird ;o)

Kurt aka Roger Beathacker 14. Januar 2009 um 10:07  

"Nichts tun" - das meint eben nicht weitermachen wie bisher. Selbst wenn man den CO2 Ausstoss in den Griff bekaeme, waere das nur ein Aufschieben der Katastrophe, deren Kern die Ideologie eines vermeintlich grenzenlosen "Wachstums" und die damit einhergehende ex&hopp Mentalitaet bilden.

Eigentlich sollte man froh sein, wenn weniger konsumiert (und damit insgesamt weniger Energie umgesetzt) wird - aber was tut man? Man verfaellt in Panik.

der_Neue,  15. Januar 2009 um 17:46  

"Da ist sich die Wissenschaft, die im IPCC Bericht auf 1.000 Seiten komprimiert wiedergegen wird[...]"

Hahaha. Das IPCC ist "DIE Wissenschaft"? Zahlreiche namhafte Wissenschaftler haben entweder erst gar nicht mitgemacht oder sich im Nachhinein distanziert, weil sie falsch zitiert wurden. Das IPCC ist eine politische Institution.

Klimawandel-Apologeten und die bösen "Endlos-Wachstum-Kapitalisten" in einem Boot? Da wird sich ja eine herrliche Verschwörungstheorie zusammengeschwurbelt. Unternehmer, die sich nicht um die Umwelt scheren, werden die ganze Klimapolitik hassen... sie müssen Zertifikate kaufen, wo sie vorher umsonst den Dreck in die Luft gepustet haben.

Ich persönlich halte den Klima-Hype für absolut überzogen. Und den damit verbundenen Aktionismus sowieso. Bestreitet jemand, dass das Klima ein komplexes System ist? Dies ist es und somit müssen auch die Eigenschaften, hier vor allem: Emergenz, akzeptiert werden. Das drehen an der CO2-Schraube ist, wenn überhaupt möglich, so aber doch unsinnig.

Kurz zur Kritik an den Emissionszertifikaten: Diese Art der Internalisierung von negativen externen Effekten ist im allgemeinen allen anderen Arten ( wie z.B. und vor Allem: Obergrenzen) überlegen. In jeden Wirtschaftspolitik-Lehrbuch nachlesbar.

Anonym,  16. Januar 2009 um 09:35  

"Unternehmer, die sich nicht um die Umwelt scheren, werden die ganze Klimapolitik hassen... sie müssen Zertifikate kaufen, wo sie vorher umsonst den Dreck in die Luft gepustet haben."

Diverse Energiekonzerne kannst du damit nicht meinen...

"Ich persönlich halte den Klima-Hype für absolut überzogen. Und den damit verbundenen Aktionismus sowieso."

Aktionismus, also betriebsames, unreflektiertes Handeln, um einen bestimmten Anschein zu wahren, und dessen Konsequenzen kaum bedacht sind? Ja, das beschreibt wohl den derzeitigen "Normalzustand" in unserer Marktwirtschaft recht treffend, ganz ohne "Klima-Hype".

"Bestreitet jemand, dass das Klima ein komplexes System ist? Dies ist es und somit müssen auch die Eigenschaften, hier vor allem: Emergenz, akzeptiert werden."

Klar, mit "Emergenz" kann man irgendwie alles erklären.
Die Komplexität eines Systems soll ein Argument dafür sein, es weiter nach Kräften zu beeinflussen? Weil wir die Folgen noch nicht ganz genau absehen können?

"Das drehen an der CO2-Schraube ist, wenn überhaupt möglich, so aber doch unsinnig."

Aha. Kleiner Hinweis: Wir drehen schon kräftig. Seit Jahrzehnten. Aber anscheinend in die falsche Richtung. Ja, sinnvoll ist das sicher nicht.

der_Neue,  16. Januar 2009 um 13:00  

"Diverse Energiekonzerne kannst du damit nicht meinen"

Energiekonzerne, die vorher CO2 (kostenlos) emittiert haben und jetzt CO2-Zertifikate kaufen müssen, freuen sich sicher nicht.

""Normalzustand" in unserer Marktwirtschaft "

Bitte? Welche Marktwirtschaft? Die deutsche halbstaatliche DDR-light?
Und welcher Aktionismus genau? Ich meinte den Aktionismus in der Klimapolitik.

"Die Komplexität eines Systems soll ein Argument dafür sein, es weiter nach Kräften zu beeinflussen?"
"Wir drehen schon kräftig. Seit Jahrzehnten. Aber anscheinend in die falsche Richtung."

Also bestreitest du die Komplexität des Systems Klima und behauptest, der kausale Zusammenhang zwischen CO2-Konzentration und Klimaerwärmung ist evident und verhersehbar? Und der Klimawandel sei in Summe "schlecht" für die Menschheit? Und die direkten Wohlfahtsverluste durch Klimapolizik würden durch den abgewendeten Schaden überkompensiert?

Ich glaube dies eben nicht. Aber wenn du dieser Meinung bist, ok. Das muss dann respektiert werden.

Anonym,  16. Januar 2009 um 15:11  

"Energiekonzerne, die vorher CO2 (kostenlos) emittiert haben und jetzt CO2-Zertifikate kaufen müssen, freuen sich sicher nicht."

Energiekonzerne, die ihre Zertifikate kostenlos bekommen und deren Wert jedoch gern an die Energieverbraucher weiterberechnet haben, müssen seit 2008 zukaufen und freuen sich nicht mehr so sehr, da hast du recht.

"Und welcher Aktionismus genau? Ich meinte den Aktionismus in der Klimapolitik.
"

Ich wollte nur auf Gemeinsamkeiten zwischen unserem derzeitigen System und dem Begriff "Aktionismus" hinweisen. 'Wir tun eh schon komisches Zeugs, ohne es Aktionismus zu nennen.' Reine Polemik meinerseits.

"Also bestreitest du die Komplexität des Systems Klima"

Nein, wo schrieb ich das? Die bloße Komplexität ist einfach nur ein Merkmal, welches nicht dafür taugt, um als Argument für die Beeinflussung dieses Systems herzuhalten. Weil mir ein System zu kompliziert erscheint, darf ich in ständig zunehmendem Maße meinen Müll darin verklappen und mich hinterher mit Emergenz rausreden?

"und behauptest, der kausale Zusammenhang zwischen CO2-Konzentration und Klimaerwärmung ist evident und verhersehbar?"

Ich behaupte, dass der Mensch zunehmend das Klima beeinflußt. Ich behaupte nicht, vorhersehen zu können, ob und wann der Golfstrom aussetzt oder um wieviel Meter genau der Meeresspiegel in 100 Jahren angestiegen sein wird. Wann gewisse Gletscher Geschichte sein werden, lässt sich heute sicher schon recht genau bestimmen. Welche Auswirkungen das auf die betroffenen Regionen haben wird (Wetterextreme, Wasserversorgung, Landwirtschaft, evtl. Tourismus), ebenfalls.

"Und der Klimawandel sei in Summe "schlecht" für die Menschheit? Und die direkten Wohlfahtsverluste durch Klimapolizik würden durch den abgewendeten Schaden überkompensiert?"

Wieviele Menschen würden direkte Wohlfahrtsverluste erleiden und wie kämen sie damit zurecht? (Bzw. wem kämen nicht entstehende Wohlfahrtsverluste zugute?)
Wieviele Menschen hätten massive Probleme durch Klimaveränderungen und wie kämen sie damit zurecht?
Probleme sehe ich u.a. durch Wasser- und damit Nahrungsmittelverknappung und den damit einhergehenden Niedergang regionaler Landwirtschaft; des Weiteren die Überflutung von Inseln und Küstengebieten durch steigende Meeresspiegel etc.... Dies führt zu Armut, Hunger, Abhängigkeit, massenhafter Abwanderung in noch "gemäßigte Klimazonen".

Anonym,  22. Januar 2009 um 21:42  

Es gibt auch andere Denkansätze als die die uns unsere Regierung durch ewiges wiederholen Plausibel machen will.

Elektromagnetische Welle erzeugen Schwingungen und erwärmen die Luftmoleküle

von Klaus-Peter Kolbatz

Ausgabe 1988, überarbeitet 1990/2008

Diese globale Temperaturmessungen zeigen, dass zeitgleich erst seit der Erfindung des Funkverkehrs die Klimaerwärmung bis heute um 0,7 Grad angestiegen ist.

Vergleicht man die seit ca. 50 Jahren rapide angestiegenen Umweltschäden, mit dem zeitgleich stark angestiegenen Funkverkehr, sind Parallelen nicht zu verkennen.

Die Versicherer auf der ganzen Welt registrieren parallel zum erhöhten Sendeaufkommen, seit Anfang der fünfziger Jahren eine drastische Zunahme der volkswirtschaftlichen und – noch mehr – der versicherten Katastrophenschäden. Seit der Zeit sind diese – inflationsbereinigt – auf das Acht- beziehungsweise sogar das Fünfzehnfache gestiegen.

Als von der Natur vorgegeben ist, wenn das gut leitende Meerwasser der Ozeanströmungen durch das Erdmagnetfeld fließt, wird elektrischer Strom erzeugt - ähnlich wie bei einem Dynamo.

Dieser Strom wiederum ruft Magnetfelder hervor, die aber nur 10 000 bis 100 000 Mal kleiner sind als das natürliche Erdmagnetfeld. Bereits kleinere Schwankungen können jedoch auf des natürliche Erdmagnetfeld der Erde einwirken. Hierbei dürften auch die durch Sender erzeugten elektromagnetischen Schwingungen eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Seit der Erfindung von Edison werden aber heute zusätzlich mehr elektromagnetische Strahlen auf der Erde erzeugt als z.B. von der Sonne auf die Erde auftreffen ..........
Heute wird mit Nachrichten-Satelliten und andere Sendeeinrichtungen die Erdoberfläche fast flächendeckend beflutet.

http://www.klimaforschung.net/Luftmolekuehle/index.htm

Wolfgang 27. Februar 2010 um 13:55  

Also zunächst einmal vielen Dank für den Beitrag. Im Grunde war ich mir unsicher, ob ich in meinem Blog einmal etwas gegen diesen Klimahype sagen soll. Ich als Physiker bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass diese Klima-Theorien falsch sind. Aber das hier ist eine erste wirklich gute Darstellung und Aussage, wenn man annimmt, diese Theorien wären wahr.

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