Mittwoch, 14. Mai 2008

"BÜRGERARBEIT" - Hartz IV nur noch bei "Gegenleistung"?

Wirtschaftsminister Glos erhöht den Druck auf Langzeitarbeitslose: Um das Ziel der Vollbeschäftigung zu erreichen, sollen Hartz-IV-Empfänger zur Arbeit für das Gemeinwohl verpflichtet werden. Ökonomen sind begeistert, die Opposition warnt vor Stimmungsmache.
Mehr (SPON)

SPONtan faellt mir dazu nicht mehr ein, als auf die kapitalistische "Tradition" zu verweisen und zu fragen:

Back to the roots?

In der Vorstufe des Kapitals Staatszwang, um die Eigentumslosen in Arbeiter zu verwandeln zu dem Kapital günstigen Bedingungen, die hier noch nicht durch die Konkurrenz der Arbeiter unter sich selbst ihnen aufgezwungen sind. [...]

"1 Edw. IV,3:Wer able to work, refuse to labour and live idle for 2 days, shall be branded with a red hot iron on breast with letter V - and shall be adjudged the slave for two years of the person who should inform against such idler etc."

"If he runs away from his master for 14 days he shall become his slave for life and be branded on forehead or cheek with letter S , and if he runs away a second time and shall be convicted there of by two sufficient witnesses, he shall be taken as a felon and suffer pains of death."
Karl Marx/Friedrich Engels. Staatstheorie. Hrsg. Eike Henning et al. Ullstein FfM. 1974. S. 396


Zu deutsch:
"Wer arbeitsfähig ist, aber es ablehnt zu arbeiten und zwei Tage müßig lebt, soll mit einem rotglühenden Eisen auf der Brust mit dem Buchstaben V gebrandmarkt und dazu verurteilt werden, der Person, die ihn denunziert hat, für zwei Jahre als Sklave zu dienen.

Wenn er sich seinem Meister für 14 Tage entzieht, so soll er sein Leben lang dessen Sklave bleiben und auf Stirn oder Wange mit dem Buchstaben S gebrandmarkt werden und wenn er ein zweites Mal fortläuft und durch zwei zuverlässige Zeugen überführt wird, soll er als Schwerverbrecher behandelt werden und die Qualen des Todes erleiden."


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Nachtrag (ca. 14:50h)

Vorschlag fuer ein Alternativkonzept:

Wer genug zusammengerafft hat - sei es an Kapital oder Versorgungsbezuegen - um sein restliches Leben auch ohne weitere Erwerbstaetigkeit auskoemmlich fristen zu koennen, hat seine Erwerbstaetigkeit (soweit er ueberhaupt noch einer nachgeht) umgehend aufzugeben und sich fortan gemeinnuetziger "Buergerarbeit" zu widmen. Die freigewordenen Stellen werden dann mit Langzeitarbeitslosen neu besetzt.

;-)

Hier noch ein Link zur Pressemitteilung des BMWi - dort findet sich auch die "Studie" des IZA, als dessen Praesident uebrigens Klaus Zumwinkel gefuehrt wird, als pdf zum download (457,2 kB).



2 Kommentare:

Rob 14. Mai 2008 um 12:54  

wollte selber was dazu schreiben - du bist mir zuvorgekommen!

Roger Beathacker 14. Mai 2008 um 14:11  

h - dazu gibt es sicherlich noch mehr zu sagen - tu Dir also keinen Zwang an ..

;-)

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