Mittwoch, 4. März 2009

Quo vadis?

Obwohl es derzeit eine Menge Themen gibt, die mich beschäftigen, will die Tinte nicht so recht den Weg aufs Papier, ähm wollen die Zeichen nicht so recht den Weg ins Netz finden. Zur Überbrückung dieser kleinen kreativen Krise deshalb hier ein Schnipsel aus meiner virtuellen Mottenkiste. Dabei handelt es sich um einen kürzeren Text aus dem Jahr 1997 mit einer relativ pessimistischen Prognose, die (von damals gesehen noch bevorstehende) Entwicklung des Internets betreffend. Und da gerade mal wieder CeBit ist, kommt dieser kleine Rückblick auf den Blick in die Zukunft ja vielleicht nicht einmal gänzlich unpassend.

Wie sagte der Softwarepapst Bill Gates so schön? "..information at your fingertips ..." Na prima, wenn wir jetzt auch noch wüßten wie brauchbar die Informationen sind, die wir hier bekommen, wären wir ja schon ein Stück weiter, nicht wahr? Information an sich ist ja eher von geringem Wert. Einen Wert bekommt sie doch erst wenn sie verwertet wird bzw. sich als verwertbar erweist, bzw. wenn eine Reaktion erfolgt.

Wir, die Menschen des Informationszeitalters, die wir sowieso schon prinzipiell überinformiert sind, ständig Kenntnis erhalten über Geschehnisse und Vorgänge denen wir schlicht ohnmächtig gegenüberstehen; erhalten nun also mit dem world wide web neben Zeitungen, Wochenpresse, Radio, Fernsehen, Videotext eine weitere, schier unerschöpfliche Informationsquelle.

Rein theoretisch keine schlechte Sache, zumal diese Quelle sich - noch - nicht in den Händen eines oder mehrerer Medienkonzerne(s) befindet und im Grunde genommen jeder jede Information dort einspeisen kann, also auch solcherlei Information die normalerweise unterdrückt und nicht veröffentlicht würde.

Werden wir das aber zu nutzen wissen? Ich fürchte - leider - nicht. Schon jetzt zeichnet sich klar ab, wie Wesentliches von Trivialem überlagert wird, wie Internetsurfen mehr als netter Zeitvertreib, denn als Möglichkeit seinen Horizont zu erweitern genutzt wird. Eigentlich könnte man das Ding schon jetzt in WWB umtaufen; world wide BILD(zeitung) nämlich.

Wir werden also in noch mehr Informationen ersaufen, die wir mit WISSEN verwechseln, noch mehr gezwungen sein zu filtern und zu selektieren, mehr zu vergessen als zu behalten und wir werden wahrscheinlich noch weniger handeln.

Das wird vermutlich ähnlich laufen, wie mit dem "Offenen Kanal" im hiesigen Kabel-TV-netz (OKB). Jeder kann senden was er will, so lange er nicht gegen gesetzliche Bestimmungen verstößt. Er bekommt sogar das notwendige Equipment kostenlos geliehen, aber kaum einer schaut hin.

Ich glaube fast, je mehr wir über das was in der Welt vorgeht erfahren, desto weniger nehmen wir davon zur Kenntnis, bzw. desto mehr davon verdrängen wir gleich wieder.

Das ist echt wieder so ein Sch**sstag ... Diesig, regnerisch, gerade entdeckte ich, dass mein blöder Nachbar mal wieder 'n Wasserschaden verursacht hat, direkt über meinem Schreibtisch im hinteren Raum. Zum Glück hab ich schlampigerweise 'ne Plastiktüte auf 'm Tisch rumliegen lassen, so dass es keine verheerenden Auswirkungen gab.
"Erstveröffentlichung"

Immerhin - das Wetter war heute nicht so beschissen wie damals und einen Wasserschaden habe ich derzeit auch nicht zu beklagen. Wie sieht es aber mit der restlichen Entwicklung aus? - Die Medienkonzerne sind inzwischen samt und sonders auf den Zug aufgesprungen - andererseits gibt es aber mit dem sogenannten "Web 2.0" weiterentwickelte Möglichkeiten, sich auch "auf eigene Faust" öffentlich zu äußern.

Was mich sehr interessieren würde: Wie habt ihr, liebe Leser und mit-blogger, die bevorstehende Entwicklung damals (vor etwa 10 bis 12 Jahren also) eingeschätzt, inwieweit findet ihr Eure Erwartungen bestätigt oder enttäuscht und was erhofft Ihr Euch für die nähere Zukunft?

2 Kommentare:

aebby 4. März 2009 um 06:23  

Interessanter Text, der erstaunlich weitblickend war. Ich lag mit meiner persönlichen Einschätzung in mehreren Punkte daneben.

Ich hatte erwartet, dass die Informationsflut und die Notwendigkeit der Selektierung zu Bezahl-Informations-Diensten führt: "Information für den der es sich leisten kann". Das ist nicht so gekommen, die allumfassende Entertainmentwelle überdeckt fast alles.

Das Thema Video hat sich auch anders entwickelt als ich erwartet hatte. Aufgrund des Bandbreitenbedarfs hatte ich einen Erfolg von Webvideo ausgeschlossen, dass der Erfolg über youtube und kleine Filmchen, die sogar auf dem Handy geschaut werden kam, lässt mich immer noch staunen.

klaus baum 4. März 2009 um 23:43  

ich glaube, ich bin 1999 zum ersten mal ins internet gegangen. vorstellungen hatte ich keine, ich habe nur peu a peu gemerkt, was möglich ist. so zum beispiel, daß es außer mir auch andere leute gab, die ähnliche einschätzungen der gesellschaftlichen situation hatten. daß ich nicht allein war mit meinem kritischen denken, verdanke ich vor allem dem damals existierenden taz-forum.
auch für ein alzheimer-gedächtnis-lücken-gehirn ist das netz hervorragend. man braucht nur bruchstücke einzugeben, und meistens finde ich dann den ganzen vergessenen rest.

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