Mittwoch, 13. August 2008

Endlich gefunden: Die Wahrheit ueber Hartz IV

"Die Wahrheit über Hartz IV in Berlin" titelte Berlins beliebtes Boulevardblatt"BZ" halbseitig am gestrigen Dienstag. Na endlich sagts mal einer! Also flugs die Webseiten des aufklaererischen Lokalblattes angesurft und - zur halbseitigen Headline fand sich, wie nicht anders zu erwarten, ein halbseidener "Artikel".

Fuer alle, die nicht unnoetig die Springersche Klickrate erhoehen moechten, hier das Wesentliche dieser Offenbarung in aller Kuerze:
Die B.Z. listet erstmals exakt auf, was Arbeitslose wofür vom Amt bekommen. Für Sozialsenatorin Knake-Werner zuwenig, hat sie Recht?
Leben mit Hartz IV – Realität für mehr als eine halbe Million Berliner.
Angesichts steigender Kosten für Lebensmittel und Energie forderte Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke) gestern im B.Z.-Interview eine Erhöhung des Hartz IV-Regelsatzes um 67 Euro.
[...]
Die B.Z. listet diese Leistungen jetzt erstmals auf (Quelle: Diakonisches Werk). Danach stehen 110,93 Euro monatlich für Nahrungsmittel zur Verfügung (3,70 Euro/Tag), davon 11,75 Euro für (alkoholfreie) Getränke. Für Medikamente und Zahnersatz sollen Hartz IV-Empfänger nicht mehr als 12,89 Euro ausgeben, für den Friseur 7,74 Euro.
[...]
Ob Säugling oder 13-Jähriger – ihnen steht seit Juli die gleiche Summe zur Verfügung. „Das ist besonders schlimm“, kritisiert ein Sprecher des Diakonischen Werks. „Sieben- bis 13-Jährigen steht der Ernährungsanteil von Säuglingen zu. Eltern, die sich daran halten würden, bekämen Probleme mit Jugendamt und Staatsanwaltschaft.“ Deshalb rauf mit den Regelsätzen – das meint auch der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Dr. Ulrich Schneider: „Frau Knake-Werner ist auf dem richtigen Weg. Angesichts aktueller Preissteigerungen müsste jedoch eine noch viel deutlichere Erhöhung des Regelsatzes auf 435 Euro erfolgen.“
[...]
Gregor Hoffmann, Sozialexperte der CDU, lehnt dies ab: „Das sind Forderungen, die angesichts der knappen Haushaltskasse nicht zu realisieren sind. Hilfreicher wäre es gewesen, den Arbeitsmarkt so zu organisieren, dass diese Menschen Arbeit gefunden hätten.“
Quelle

Dazu gibts noch eine huebsche Tabelle mit ein paar Einzelposten, die man sich aber seit Jahr und Tag in allen moeglichen Ecken des Netzes ansehen und herunterladen kann und die (wie oben zu sehen) obendrein den Titel des Blattes schmueckte - und das war's dann auch schon.
Sind wir jetzt schlauer?

Ja - wir wissen, dass man sich auf die Springerpresse immer noch verlassen kann. Egal was vorne draufsteht - drinnen gibts nur warme Luft.

6 Kommentare:

otti,  13. August 2008 um 14:12  

Für hungernde HartzIV-Kinder hat der Staat kein Geld, für die milliardenteuere Unternehmenssteuerreform 2008 aber sehr wohl.

Was für ein erbärmliches Land!

Mechthild Mühlstein 13. August 2008 um 23:27  

Heut’ früh in der s-bahn aus der BZ aufgeschnappt:

»Mehr arbeitsplätze statt mehr Hartz VI«

wie wäre es stattdessen mit:

»Mindestlohn statt BZ« oder auch schön »mehr geld statt mehr arbeit!«

Wenn die Springerpresse als weiterhin als »anwalt des kleinen mannes« ernstgenommen werden möchte, sollte sie sich so langsam mal einen anderen titelzeilentexter zulegen.

Roger Beathacker 13. August 2008 um 23:36  

"die Springerpresse weiterhin als »anwalt des kleinen mannes« ernstgenommen"

War das jemals der Fall? - Diese Anwaltsrolle ist doch eine bloße Selbstzuschreibung.

Man koennte das noch zuspitzen und sagen: Damit die Springerpresse (in Teilen=Boulevard=BZ, BILD usw.) dauerhaft den Anwalt des kleinen Mannes spielen kann, muss sie vor allem dafuer Sorge tragen, dass der "kleine Mann" auch auf Dauer klein gehalten wird.

Hmm .. ich fuerchte fast, das ist gar keine Zuspitzung, sondern die Wahrheit.

:-(

Anonym,  14. August 2008 um 22:47  

seid doch froch das ihr was von staat was bekommt in den anderen länder kriegt man auch nichts in den arsch geschoben leuteeeeeeeeeeeeeeeeeeee

Markus,  15. August 2008 um 00:03  

Daß die "Wahrheit" und die Springer-Presse nicht zusammenpassen, weiß bestimmt sogar der Boris.

Die "Unsozialexperten" der CDU wollen aber nicht wissen, daß die Politik der leeren Kassen auf dem Rücken der Notleidenden ausgetragen wird.

Mechthild Mühlstein 15. August 2008 um 06:08  

War das jemals der Fall? - Diese Anwaltsrolle ist doch eine bloße Selbstzuschreibung.

Etwas anderes habe ich nicht gemeint. Die Springerpresse jammert immer, daß die »armen kleiner leute« verarscht werden, was sie selbstverständlich nicht davon abhält, selbst am meisten zu verarschen.


seid doch froch das ihr was von staat was bekommt in den anderen länder kriegt man auch nichts in den arsch geschoben leuteeeeeeeeeeeeeeeeeeee

Ja, leuteeeeeeeeeeeeeeeeeeee seid gefälligst mal dankbar, daß der staat Euch trotz abgeschlossenem studium oder facharbeiterausbildung für 955 € brutto/monat bei 40 stundenwoche (plus 15 stunden fahrzeit) malochen schickt!

Von einem solchen lohn können zwar auch ungelernte nicht leben, aber dankbarkeit ist auch bei zwangsarbeit bei wasser und brot überhaupt das wichtigste.

Ich möchte nur wissen, wo herr Sinn urlaub machen würde, wenn man ihm, genau wie einem hartz4ler, sein vermögen enteignete und ihn zu solchen bedingungen arbeiten schicken würde. Vermutlich genau wie alle anderen, die auf solchem niveau leben auch: Nämlich klimaneutral in der nächsten grünanlage.

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