Sonntag, 12. Juli 2009

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan

[E]s ist ja eben die Funktion der Sozialdemokratie, als objektive Stütze des Kapitalismus Illusionen zu verbreiten. Das wird sie immer tun, solange sie besteht.
Wilhelm Reich. Der Sieg des Faschismus. Versuch einer Erklärung. In: Hans Magnus Enzensberger et. al. Klassenbuch 3. Ein Lesebuch zu den Klassenkämpfen in Deutschland 1920-1971. Luchterhand Verlag. Darmstadt und Neuwied 1973. S. 98.

In Großbritannien steht die Labour-Partei vor einer historischen Niederlage. Sie hat das Land mit Lügen in einen falschen Krieg geführt und ist nun hauptverantwortlich für eine Spesenaffäre, die das politische System erschüttert. Cool Britannia war gestern, heute ist das Land in schlechter Verfassung. Der Absturz für Labour ist also plausibel und gerecht.
[...]
Dennoch ist die Vorstellung fast schon absurd, die SPD könnte im Herbst, trotz ihrer respektablen Regierungsbilanz, auf einen historischen Tiefpunkt abstürzen. Immerhin hat sie die beiden entscheidenden politischen Weichenstellungen der vergangenen Jahre durchgesetzt. Ein Jahrzehnt nach der deutschen Vereinigung hat sie anerkannt, dass das Land seiner außenpolitischen Verantwortung notfalls auch unter Beteiligung an einem Kriegseinsatz nachkommen muss. So schickte sie Soldaten in das Kosovo und nach Afghanistan. Und sie hat weitreichende sozialpolitische Reformen eingeleitet, um den deutschen Sozialstaat unter schwieriger gewordenen internationalen Konkurrenzbedingungen stabil zu halten.
[...]
Auch unter der Kanzlerschaft Angela Merkels hat die SPD ihre Sache nicht schlecht gemacht. Sie hat die Rente mit 67 beschlossen, die Konsolidierungspolitik an führender Stelle verantwortet und den Kurs in der Wirtschafts- und Finanzkrise maßgeblich mitbestimmt.
[...]
Mit welcher Rachsucht das Wahlvolk die Partei von einer Hölle in die nächste schickt, das ist schon erstaunlich.

Hervorhebungen
von mir.

Quelle: Zeit


Mir scheint: "das Wahlvolk" agiert hier - gesetzt, dass es "die Partei" in ihrer selbst verfertigten Hölle tatsächlich weiter schmoren lässt - endlich einmal ausgesprochen "plausibel".

Der Mohr kann gehen.

2 Kommentare:

beobachter 12. Juli 2009 um 05:50  

nicht nur das wahlvolk, auch das von der spd bestens bediente großkapital zeigt der spd deutlich, daß sie überflüssig ist.
und selbst die "eliten" mögen eben keine verräter. so leicht und locker wie spd und grüne den neo(liberalen oder faschistischen) staatsumbau gemeistert haben hätten das cdu/fdp nie geschafft. das volk hats nun gemerkt, die eliten schaffen den rest nun ohne spd - sie ist überflüssig. schade nur, man hätte es vor rot-grün wissen können bzw. müssen, was da drohte, wenn man sich etwas näher mit der geschichte dieser partei befasst hätte.

aebby 12. Juli 2009 um 07:40  

Ich las den Zeitartikel und dachte, da muss ich was dazu schreiben, jetzt hast Du es schon vor weg genommen.

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