Dienstag, 4. August 2009

Von der Sowjetunion lernen ...

heißt siegen lernen!

Lektion 1:


Systemgefährdenden und umstürzlerischen Elementen in systemrelevanten Funktionen, die sich - aus welchen Gründen auch immer - nicht einfach eliminieren oder wenigstens unter fadenscheinigen Beschuldigungen strafrechtlich belangen und in den Knast abschieben lassen, ist schnellstmöglich ihre geistige Unzurechnungsfähigkeit und dadurch bedingte lebenslange Dienstunfähigkeit amtsärztlich zu attestieren. Von der anschließenden Einlieferung in eine geschlossene Anstalt kann (vorerst noch) abgesehen werden.

Für Betrüger muss es unangenehm gewesen sein, wenn Steuerfahnder Rudolf Schmenger vor der Tür stand. Schmenger ließ sich nicht beirren - auch nicht als er 1996 die mächtige Commerzbank wegen Tausender Fälle von Steuerhinterziehung durchsuchen sollte. Das "Einmarschieren" der Fahnder finde man höchst unangebracht, teilte damals der Vorstand der Bank mit.
[...]
ab dem Jahr 2001 dreht sich für Schmenger und seine Kollegen der Wind. Zwischenzeitlich ist die CDU-FDP-Regierung ins Amt gekommen. Trotz anhaltend hervorragender Arbeit dürfen die Fahnder größere Steuerhinterziehungs-Fälle plötzlich nicht mehr verfolgen. Als sie protestieren, werden sie versetzt, mit Disziplinarmaßnahmen überzogen, zum Psychiater geschickt und schließlich mit Mitte Vierzig zwangspensioniert.
[...]
Schmenger sei paranoid, schreibt der Arzt ins Gutachten, er sei arbeitsunfähig, das gelte lebenslang. Heute ist Schmenger Steuerberater. Vermögende Bürger suchen seinen Rat. Ein Universitätsarzt hat ihm bescheinigt, dass er psychisch kerngesund ist.
Quelle: Frankfurter Rundschau


Hier noch das Vorbild und weitere Nachahmer.

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Sonntag, 2. August 2009

Auf den Hund gekommen ...

... ist nicht nur Feynsinn, sondern offenbar auch der hier (ausnahmsweise) folgende "Katzencontent":



Und wo wir schon mal dabei sind - ich hab'n Kater.



;-)


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Freitag, 31. Juli 2009

Deutschland sucht den Superkorinthenkacker

Anscheinend findet in diesem unserem Lande derzeit so etwas wie ein Wettbewerb um den nichtigsten und unverfrorensten Kündigungsgrund statt. Einen neuen Rekord in dieser Disziplin dürfte nun die Firma "Java Industrie-Dichtungen" aufgestellt haben. Gegen das hier dem Gekündigten zur Last gelegte "Delikt" nehmen sich andere groteske Kündigungsbegründungen, wie die (vermutetete) Unterschlagung von Pfandbons im Wert von 1,30 Euro, die Verkostung firmeneigenen Brotaufstrichs oder das Verzehren von Essensresten geradezu als Kapitalverbrechen aus.

dem aus Nordafrika stammenden Arbeiter Mohammed Sheikh, wurde fristlos gekündigt, weil er am Arbeitsplatz mit dem Strom seines Arbeitgebers sein Handy aufgeladen hat. "Ein Straftatbestand", sagt der Chef von Jawa Industrie-Dichtungen am Max-Planck-Ring.
[...]
0,014 Cent (0,00014 Euro) ermittelte ein Fachingenieur als Stromkosten für eine Ladung des Handys von Mohammed Sheikh,
Quelle: Der Westen via Carls Weblog

Vermutlich wird man demnächst noch seine eigene Atemluft zur Arbeit mitbringen müssen um nicht Gefahr zu laufen, etwa wegen "Sauerstoffdiebstahls" seinen Job zu verlieren.

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Dienstag, 28. Juli 2009

Klartext

Die hohe Kunst der camouflierten Tautologie lehrt uns Herrmann Otto Solms bei RP-Online.

Marode Schulen, reparaturbedürftige Straßen – haben Bund, Länder und Gemeinden nicht eher zu wenig als zu viel Geld für ihre Aufgaben?

Solms: Das ist rein aus Staatssicht gedacht. Wir müssen die Ausgaben aber aus Sicht der Bürger bewerten. Der Staat muss lernen, mit dem auszukommen, was den Bürgern abverlangt werden kann.


Im Klartext:

Die Bürger müssen lernen, mit dem auszukommen, was den Bürgern abverlangt werden kann.

Variation:

Die Masse der Bürger muss lernen, mit dem auszukommen, was wenige Bürger (bzw. "Unternehmen") sich abverlangen lassen.

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Donnerstag, 23. Juli 2009

Nicht immer kleinlich: Thilo Sarrazin

Selbst Thilo Sarrazin, der oft als kleinlich und unsozial geschmähte Berliner Ex-Senator der Finanzen, hat anscheinend seine generöse Seite.

Der ehemalige Finanzsenator Thilo Sarrazin ermöglichte in seiner Amtszeit dem Golfclub Wannsee ohne zwingenden Grund einen günstigen Pachtvertrag und verzichtete dadurch auf drei Millionen Euro.
[...]
Bei der Verpachtung eines landeseigenen Grundstücks an den Golfclub Wannsee hat der damalige Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) auf Einnahmen von drei Millionen Euro verzichtet. Denn bei den Verhandlungen im Sommer 2008 über ein neues Erbbaurecht für 99 Jahre war absehbar, dass der Verein ab 2010 die Gemeinnützigkeit verliert. Damit hätte der Golfclub den Anspruch auf eine besonders günstige Pacht verloren, die förderungswürdigen Sportvereinen zusteht, und müsste eigentlich den doppelten Pachtzins zahlen. Eine solche Nachbesserungsklausel steht aber nicht im Vertrag.
[...]
Sarrazin, der seit Mai im Vorstand der Bundesbank sitzt, ist inzwischen gern gesehener Gast in Wannsee: Zum Neujahrsempfang 2009 war der Golf-Anfänger eingeladen, und beim Rotary- und Lions-Turnier im Juni spielte er erstmals mit, obwohl er ein schlechtes Handicap von 54 hat. Die Sache mit dem Pachtzins sieht er anders. Voraussetzung für einen begünstigten Pachtzins sei nicht die Gemeinnützigkeit, sondern die förderungswürdige Bindung der Vereinsarbeit an sportliche oder kulturelle Zwecke, sagte er am Mittwoch auf Anfrage.

Im Sportförderungsgesetz des Landes Berlin steht aber: "Förderungswürdig ist eine Sportorganisation, wenn sie gemeinnützige Zwecke im Sinne der Abgabenordnung verfolgt und dies durch einen Freistellungsbescheid zur Körperschaftsteuer nachweist".
Quelle: Tagesspiegel


Tja - diese Hartz IV Schmarotzer sind doch selbser Schuld, wenn sie ihr Geld lieber für Flachbildschirme, Videorekorder und MP3-Player verplempern, von denen sie sich dann den lieben langen Tag berieseln lassen und dabei faul und träge und immer fetter werden, statt ordentlich Sport zu treiben und z.B. einen Golfclub zu gründen.

Gefunden via feynsinn

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Dienstag, 21. Juli 2009

Déjà-vu (II)

Weiland war die Hauptstütze des Thrones der Glaube; heut zu Tage ist es der Credit. Kaum mag dem Papste selbst das Zutrauen seiner Gläubigen mehr am Herzen liegen, als das seiner Gläubiger. Beklagte man ehemals die Schuld der Welt, so sieht man jetzt mit Grausen auf die Schulden der Welt und, wie ehemals den jüngsten Tag, so prophezeit man jetzt den universellen Staatsbankrott, jedoch ebenfalls mit der zuversichtlichen Hoffnung, ihn nicht selbst zu erleben.
Arthur Schopenhauer. Werke in fünf Bänden. Band V. Parerga und Paralipomena II. Haffmans Verlag AG. Zürich 1988. S.235

Die Staatsschuld, d.h. die Veräußerung des Staats - ob despotisch, konstitutionell oder republikanisch - drückt der kapitalistischen Aera ihren Stempel auf. Der einzige Teil des sogenannten Nationalreichtums, der wirklich in den Gesamtbesitz der modernen Völker eingeht ist - ihre Staatsschuld. [...] Der öffentliche Kredit wird zum Credo des Kapitals. Und mit dem Entstehen der Staatsverschuldung tritt an die Stelle der Sünde gegen den heiligen Geist, für die keine Verzeihung ist, der Treubruch an der Staatsschuld.
Karl Marx. MEW Band 23. Das Kapital, erster Band. Karl Dietz Verlag. Berlin 2001. S.782.

Dort wo die öffentliche Schuld einmal eine bestimmte Höhe überschritten hat, ist es meines Wissens kaum gelungen, sie auf gerechte Weise und vollständig zurückzuzahlen. Sofern es überhaupt gelang, die Staatsfinanzen einigermaßen in Ordnung zu bringen, bediente man sich stets dazu des Bankrotts, den man bisweilen auch unverhohlen zugegeben hat, und selbst dort, wo häufig Rückzahlungen nominal geleistet wurden, blieb es in Wirklichkeit ein echter Bankrott.
Adam Smith. Der Wohlstand der Nationen. DTV 1990. S.803

Die Anleihen befähigen die Regierung außerordentliche Ausgaben zu bestreiten, ohne daß der Steuerzahler es sofort fühlt, aber sie erfordern doch für die Folge höhere Steuern. Andrerseits zwingt die durch Anhäufung nacheinander kontrahierter Schulden verursachte Steuererhöhung die Regierung, bei neuen außerordentlichen Ausgaben stets neue Anleihen aufzunehmen. [...] Die moderne Fiskalität, deren Drehungsachse die Steuern auf die notwendigsten Lebensmittel (also deren Verteurung) bilden, trägt daher in sich selbst den Keim automatischer Progression. Die Überbesteuerung ist nicht Zwischenfall, sondern vielmehr Prinzip. In Holland wo dieses System zuerst inauguriert, hat daher der große Patriot de Witt es in seinen Maximen gefeiert als das beste System, um den Lohnarbeiter unterwürfig, frugal, fleißig und ... mit Arbeit überladen zu machen.
Karl Marx. MEW Band 23. Das Kapital, erster Band. Karl Dietz Verlag. Berlin 2001. S.784.


Immerhin: Sicher ist, dass es im Falle des Staatsbankrotts nicht die Gläubiger (Banken) sind, die die Verluste tragen. Schließlich besteht ein Staat für gewöhnlich aus lauter Staatsbürgern. Sollen die doch die Zeche zahlen. Die Ärmsten zuerst, denn die haben am wenigsten zu verlieren. Die Rechnungsstellung erfolgt - darauf jedenfalls wird man noch vertrauen dürfen - unmittelbar im Anschluss an die Wahlen zum Deutschen Bundestag. .

Nachbemerkung:

Es ist übrigens Jacke wie Hose, ob der Staat die Banken "rettet", indem er sich bei ihnen Geld leiht, das er für diese großmütige Tat benötigt, oder ob er die ganzen Gauner einfach den Bach runtergehen ließe. Im zweiten Fall wäre er bloß schneller bankrott, denn der weitaus größte Teil des Volksvermögens existiert nur noch in Form von (Bank-)Guthaben oder Kredit (Tendenz weiter steigend). Sind die Banken aber pleite, dann ist auch der Staatshaushalt perdu und der größte Teil des pekuniären Volksvermögens obendrein. Mit anderen Worten: Die Zeche geht in jedem Fall auf Kosten der Allgemeinheit. Verlasst Euch drauf.


Mehr dazu:

Zur Staatsverschuldung ( 30. August 2008)

Anmerkungen zur Wirtschafts- und Finanzkrise( 28. Dezember 2008)

Horst Köhler und "die KRISE als Chance" oder: Das Mittelmaß im Wolkenkuckucksheim (23. Januar 2009)





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Freitag, 17. Juli 2009

Wahlkampfauftakt

Von berlin by bike


"Hasenpower für Deutschland."

Ich fürchte fast, etwas ernster zu nehmendes wird im anstehenden Bundestagswahlkampf nicht mehr folgen.

:-(

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Donnerstag, 16. Juli 2009

Schnappschuss vom Tage





Mr. Beathacker ist im Bilde.

;-)

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Dienstag, 14. Juli 2009

Wer hat's erfunden?

Heute: Die Abwrackprämie

Autobesitzer, die ihre alten Wagen an den festen Rückgabetagen (Neujahr, Oster, Unabhängigkeitstag und Tag der Arbeit) gegen neue in Zahlung geben, erhalten für jedes abgelieferte Kraftfahrzeug eine 100-Dollar - Schuldverschreibung der "US. Wohlstand - durch - Wachstum - Anleihe".

Familien, die vier oder mehr Autos abliefern können, erhalten zusätzlich eine besondere Schuldverschreibung.

Vance Packard. Die grosse Verschwendung. Fischer Bücherei KG. Frankfurt am Main und Hamburg 1964. S.13. (Originalausgabe: The Waste Makers. 1960)



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Sonntag, 12. Juli 2009

Kündigungsgrund: Reste essen


16 Jahre lang arbeitete die Altenpflegerin in einem Altenpflegeheim der Konstanzer Spitalstiftung. Jetzt steht die Frau aus dem westlichen Bodenseekreis auf der Straße – weil sie im April ihren Hunger mit vier Maultaschen stillen wollte, auf die die Heiminsassen offensichtlich an diesem Tag keinen Appetit mehr hatten, und packte diese ein. Die Spitalstiftung kündigte der langjährigen Mitarbeiterin fristlos.

Quelle: Suedkurier


Ich kann gar nicht soviel Maultaschen fressen, wie ich kotzen möchte.

Gefunden via Amok Koma

Ähnliche Fälle:
Unterschlagung des Tages
Kleinliche Brötchengeber


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www.flickr.com


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